6. August 2014

[Rezension] - Blue Blue Eyes (Alice Gabathuler)






Verlag: Thienemann Verlag
Übersetzt von: -
Reihe: Band 1 (Tetralogie)
Einband: broschiert
Seitenanzahl: 288
Altersempfehlung: ab 14
Preis: 12.99 € [D]
ISBN: 978-3-522-20204-6
Bildquelle: © Thienemann Verlag






Klappentext
„Lost Souls Ltd. – So nennt sich die Untergrundorganisation um den jungen Fotografen Ayden, den kaputten Rockstar Nathan und den charmanten Verwandlungskünstler Raix. Sie alle haben als Opfer von schweren Verbrechen überlebt und dabei einen Teil ihrer Seele verloren. Nun verfolgen sie nur ein Ziel: Jugendliche in Gefahr aufzuspüren und zu versuchen, sie zu retten. Dabei kämpfen sie gegen Entführer, Mörder, das organisierte Verbrechen – und gegen die Dämonen ihrer Vergangenheit.

Ihre neuste Mission: Kata Benning. 18 Jahre alt. Augen so blau wie das Meer. Tief in sich ein Geheimnis, das sie vor sich weggeschlossen hat. Ein Bombenanschlag auf ihre Adoptiveltern zerstört ihre Zukunft, stellt ihre Gegenwart infrage und führt sie in eine Vergangenheit, in der nichts war, wie es schien. Sie gerät mitten in einen schmutzigen Krieg um gestohlene Daten. Ihr Leben wird zum Pfand mächtiger und gefährlicher Feinde. Doch sie hat starke Verbündete an ihrer Seite: Lost Souls Ltd.“ (Quelle: http://www.thienemann-esslinger.de/verlag/)

Gestaltung
Das Cover finde ich wirklich toll gestaltet! Das Blau passt perfekt, vor allem wegen dem Titel. Auch die etwas düstere Stimmung des Bildes passt gut zur Geschichte. Am besten gefällt mir jedoch, dass eine Klippe zu sehen ist, da diese im Buch eine besondere Rolle spielt. So finden sich sehr schön einige Aspekte aus „Blue Blue Eyes“ auch auf dem Cover wieder, was mir immer besonders gut gefällt.

Meine Meinung
Erzählt wird aus der 3. Person, jedoch wechseln dabei die Sichten zwischen Kata, Ayden, Nathan und Raix. Abschnittsweise berichten diese vier Personen die Geschehnisse, ihre Erlebnisse und Beobachtungen. Ich war positiv überrascht, dass die Erzählweisen der Protagonisten sich voneinander abhoben, sodass man immer wusste, wer gerade erzählte.  Gerade da es drei männliche Protagonisten sind, hatte ich anfangs die Befürchtung, dass es zu Verwirrungen kommen könnte, wenn man nicht genau weiß, wer gerade erzählt. Daher war ich umso überraschter, dass dies beim Lesen überhaupt nicht passierte. Es war immer klar, wer gerade spricht, was ich wirklich gut fand.

Diese vier Protagonisten waren mir auch sehr sympathisch, vor allem aufgrund ihres Umgangs miteinander. Man hat einfach die Freundschaft zwischen ihnen gespürt und auch, dass sie sich umeinander sorgen. Allerdings fand ich es etwas schade, dass sie so blass geblieben sind. Natürlich kann ich mir denken, dass die Autorin nicht sofort alle Informationen über die Figuren rausrückt und die Vergangenheiten nur anschneidet, um beim Leser Spannung und Neugierde zu wecken (da „Lost Souls Ltd.“ eine Serie wird). Allerdings wären ein paar mehr Infos schön gewesen, vor allem nach den gefühlt tausend Andeutungen. Es wird wirklich konsequent bei jedem der drei männlichen Protagonisten angedeutet, dass etwas Schlimmes in der Vergangenheit passiert ist und vor allem bei Raix und Ayden erfährt man gar nichts. Das ganze Buch über nicht!

Etwas anstrengend war es für mich beim Lesen auch eine Übersicht über alle Figuren zu behalten. Es kamen so viele neue Figuren und Namen, dass ich manchmal gar nicht mehr wusste wer wer war. Und ein paar Mal tauchte auch mitten in der Geschichte eine neue Figur auf (z.B. Sam), die gar nicht richtig eingeführt wurde. Da hatte man dann das Gefühl, etwas verpasst zu haben, da die Figur so selbstverständlich handelte und sprach, als wäre sie von Seite eins an mit dabei gewesen, was sie allerdings 100%ig nicht war. Wenn schon so viele Figuren mit dabei sind und neue eingeführt werden, sollte man das auch etwas erkenntlicher machen und sie nicht einfach auftauchen lassen, wie einen alten Bekannten, den der Leser aber gar nicht kennt und kennen kann. Und auch diese Figuren wurden alle nur angeschnitten und nicht weiter ausgeführt, sodass auch sie eher flach blieben.

Als „reingequetscht“ habe ich auch die Gefühle zwischen Ayden und Kata empfunden. Es kam mir so vor, als hätte die Autorin unbedingt noch etwas Liebe mitreinbringen wollen, wobei auch dies nur angedeutet bleibt (für die Folgebände, logisch, oder?).

Und auch das Gespräch am Ende zwischen Ayden und seinem Nachbarn, der angeblich auf den Tod wartet, fand ich nicht so gelungen. Auf mich wirkte das eher so, als müssten noch vor Romanende alle offengebliebenen Fragen, die der Leser noch hat, geklärt werden, damit dann die nächste Mission ohne „Rückbleibsel“ begonnen werden kann…ich hätte es besser gefunden, wenn alle Fragen während der Geschichte geklärt worden wären und nicht so abrupt am Ende (und dazu noch in einem langen, langweiligen Gespräch).

Zudem ist auch nicht wirklich Spannung aufgekommen. Die erste Hälfte über passiert einfach nichts, außer dass andauernd über verlorene Seelen und Trauer sowie Verlust philosophiert wird (nicht, dass das nur in der ersten Hälfte so ist, über diese Themen wird dauerhaft immer irgendwas geschwafelt, sodass es irgendwann dann auch nervt). Dann kommt ein wenig Spannung auf (wobei die auch eher nur seicht ist, da ständig irgendwer verprügelt wird) und erst am Ende wird es etwas spannender, wobei das auch etwas vorhersehbar war.

Fazit
Eine nette Unterhaltung für zwischendurch, aber nichts, was wirklich umhaut. Es fehlt an Spannung und an tiefgreifenden Charakteren. Nichtsdestotrotz sind die Protagonisten sympathisch, auch wenn sie ausgestalteter sein könnten (auch wenn das vermutlich im Laufe der Serie kommt, sollte trotzdem schon im ersten Band ein wenig mehr über die Figuren verraten werden). Der Schreibstil liest sich allerdings wirklich flüssig und flott, sodass „Blue Blue Eyes“ angenehm zu lesen ist.
Gute 3 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
1. Blue Blue Eyes
2. Black Rain (erscheint am 15.10.14)
3. ??? (noch nichts bekannt)
4. ??? (noch nichts bekannt)

Kommentare:

  1. Schöne Rezi, ich finds immer furchtbar wenn keine Spannung in den Büchern ist....dann wirken sie gleich so langatmig. Jetzt weiß ich definitiv dass das kein Buch für mich wird und ich es ohne schlechtem Gewissen streichen kann ;)
    Liebe Grüße
    Jeanne

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    1. Ja stimmt, wenn die Spannung fehlt, läuft ein Buch schnell Gefahr zur Langatmigkeit zu tendieren. Sowas ist auch gar nicht meins. Ich brauch immer ein wenig Action...oder zumindest...ein gewisses "Herz rasen" vor Aufregung, weil mich das Buch so packt :) Das hatte ich bei "Blue Blue Eyes" leider nicht. Dazu hat das gewisse Extra, eine Portion Unvorhersehbarkeit, gefehlt.
      Schön, dass dir die Rezi helfen konnte ;)
      LG,
      Skyline

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