23. Juni 2015

[Rezension] - Amy & Matthew: Was ist schon normal? (Cammie McGovern)






Verlag: Heyne fliegt Verlag
Übersetzt von: Beate Brammertz
Reihe: Einzelband
Einband: gebunden
Seitenanzahl: 352
Altersempfehlung: ab 14
Preis: 14.99 € [D]
ISBN: 978-3-453-26916-3
Bildquelle: © Heyne fliegt Verlag






Klappentext
„Die 17-jährige Amy ist ein besonderes Mädchen. Sie kann nicht sprechen und nicht ohne Hilfe laufen. Aber sie ist unglaublich klug und wahnsinnig hübsch – zumindest in den Augen ihres Klassenkameraden Matthew, der auch nicht so ist wie die anderen. Vor allem mit Nähe hat Matthew ein Problem. Doch genau die sucht Amy, die genug davon hat, wie ein rohes Ei behandelt zu werden. Im letzten Jahr der Highschool beschließt sie, dass das Leben jetzt beginnen muss. Und sie verliebt sich in den sensiblen Matthew. Dann aber begeht sie auf dem Abschlussball einen verhängnisvollen Fehler und verletzt Matthew zutiefst. Wird er ihr verzeihen?“ (Quelle: www.randomhouse.de/heynefliegt)

Gestaltung
Dieses Cover gefällt mir leider nicht besonders gut. Der blaue Hintergrund wirkt einfallslos und nüchtern, während das Vordergrundmotiv auch nicht besonders ins Auge sticht. Man kann weder von dem Jungen noch von dem Mädchen das Gesicht erkennen und es wirkt auch ein wenig seltsam, wie er sie trägt. Zudem suche ich die ganze Zeit verzweifelt nach dem Kopf des Jungen. Müsste man nicht einen kleinen Haaransatz hinter dem Rücken des Mädchens hervorblitzen sehen? Generell finde ich einfach, dass das Cover nichts Besonderes ist. Es reiht sich bei den meisten Jugendbuchcovern einfach ein und hat keinerlei spezielle Hingucker durch die es auffällt. Das englische Originalcover sagt mir hingegen viel mehr zu, da es eine gewisse Ausstrahlung hat (obwohl nur Text auf dem Cover zu sehen ist).

Meine Meinung
Aufmerksam wurde ich auf Cammie McGoverns Werk als ich das englische Cover entdeckt und den Klappentext überflogen habe. Als ich dann den Namen der Autorin entdeckt habe, habe ich schnell fest gestellt, dass dieses Buch schon auf Deutsch erschienen ist, sodass ich nicht lange gezögert habe und es lesen musste. Der Klappentext klingt nach einer wunderschön untypisch typischen Liebesgeschichte mit dramatischen Aspekten.

Und genau das habe ich auch bekommen! Vor gar nicht langer Zeit habe ich bereits einen Roman über eine Behinderung gelesen (über die Krankheit der Zerebralparese, das Buch hieß „Flieg, so hoch du kannst“ von Barry Jonsberg), doch „Amy & Matthew“ geht meiner Meinung nach noch einmal ganz anders an diese Thematik heran! Während bei dem Werk von Barry Jonsberg eher der familiäre Aspekt im Mittelpunkt stand, wagt sich Cammie McGovern an eine zarte Liebesgeschichte heran.

Dabei konzentriert sie sich nicht nur auf die Behinderung der Protagonistin Amy, die durch ihre Krankheit unkontrollierbare Zuckungen erleidet, vor sich hinsabbert oder sogar nicht richtig sprechen kann. Die Autorin thematisiert auch Zwangsneurosen, da Matthew, der männliche Protagonist, unter diesen leidet. Gerade dieses Thema hat mir sogar noch mehr zugesagt, als das Thema der Behinderung und des Umgangs der Menschen mit beeinträchtigten Menschen, da ich selber bisher noch keinen Roman über diese Materie gelesen habe.

Somit haben sowohl Amy als auch Matthew ihr eigenes Päckchen zu tragen. Jeder der beiden geht unterschiedlich mit seiner Erkrankung um. Amy ist sehr selbstbewusst und geht offen auf andere zu. Sie ist stark und kommt mit ihrer Krankheit gut klar. Matthew hingegen versucht seine Zwänge zu verstecken und ist durch sie sehr eingeschränkt. Er ist ein eher ruhigerer Charakter, der nicht sehr viele Freunde hat. Beide wünschen sich jedoch Normalität und so wie die Anderen zu sein. Und genau diese leichte Gegensätzlichkeit gekoppelt mit dem gemeinsamen Wunsch ist es, was die Dynamik zwischen den beiden Figuren ausmacht.

Es war sehr berührend mitzuverfolgen, wie Matthew Amy in ihrem Alltag hilft und wie aber auch Amy dazu beitragen kann, dass Matthew mit seinen Zwängen leben kann. Zwischen den beiden entwickelt sich ein zartes Liebesband, das durch ihren Zusammenhalt noch gestärkt wird. Aber dennoch hätten für meinen Geschmack beide Erkrankungen noch ein wenig genauer thematisiert werden können. Es wird zwar deutlich, wie einschränkend sowohl die Behinderung als auch die Zwänge für den Alltag der Jugendlichen sind, aber gerade im Zusammenhang mit anderen Jugendlichen bzw. der Umgebung wäre es interessant gewesen, mehr über den Umgang mit Behinderungen oder vor allem auch Zwängen zu lesen. Gerade auch das Thema der Zwänge hätte in diesem Zusammenhang mehr beleuchtet werden müssen, da man viel darüber weiß, wie die Umwelt mit Behinderungen umgeht, aber wie mit Menschen mit Zwangsneurosen umgegangen wird, das ist eher kaum thematisiert.

Fazit
Die Geschichte von „Amy & Matthew“ ist eine herzerwärmend schöne, berührend echt erscheinende Liebesgeschichte, die sehr ernste Themen anspricht. Mir hat am besten gefallen, dass neben dem Thema der Behinderung, welches sich mittlerweile schon in mehreren Romanen wiederfindet, auch das Thema der Zwangsneurosen angesprochen wird. „Amy & Matthew“ zeigt auf ergreifende Art und Weise, was es bewirken kann, wenn Menschen füreinander da sind, zusammenhalten und sich lieben! Einzig der Umgang der Umwelt mit Behinderungen und vor allem mit Zwangsneurosen hätte für mich persönlich noch etwas mehr einbezogen werden müssen.
4 von 5 Sternen!

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Einzelband

Kommentare:

  1. Hey =)

    Dieses Buch hatte ich auch ins Auge gefasst, war mir aber nicht so sicher, ob es wirklich was für mich ist. Ich verschwende ungern meine Zeit ^^. Aber deine Rezi bestärkt mich darin, es lesen zu wollen =)

    LG
    Anja

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    1. Huhu Anja!

      Nachdem mich das englische Cover sowie der englische Klappentext so verzaubert hatten, musste ich dieses Buch einfach lesen! Und ich muss sagen, dass ich gerade die Thematik der Zwangsneurosen sehr interessant fand! Darüber habe ich bisher kaum etwas gelesen :)

      LG

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  2. Hey :-)
    Ich hatte dieses Buch schon mal ins Auge gefasst, war mir bisher aber noch unsicher.
    Schöne Rezension und schön das du auch noch gleich ein Buchtipp zu einer anderen Behinderung mit eingebracht hast :-)
    Liebe Grüße,
    Fiorella

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    1. Hi Fiorella!

      Es freut mich, dass dir der Tipp zum anderen Buch gefällt ;) Wenn du dich auch für das Thema der Zwangsneurose interessierst, gibt es da auch noch das Buch "Wenn du dich traust" (das habe ich selber aber nicht und dementsprechend auch nicht gelesen :) ). Aber soweit ich weiß, geht es da um den Zählzwang :)

      LG

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