5. Juni 2015

[Rezension] - Spirit - Du gehörst mir (Carrie Jones, Steven E. Wedel)






Verlag: cbt Verlag
Übersetzt von: Ute Mihr
Reihe: Einzelband
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 416
Altersempfehlung: ab 13
Preis: 9.99 € [D]
ISBN: 978-3-570-30901-8
Bildquelle: © cbt Verlag






Klappentext
„Du gehörst mir, ganz und gar mir ...

Traumstimmen, Visionen – Alan und Aimee verbindet ein dunkles Geheimnis. Vom ersten Tag ihrer Begegnung an fühlen sie sich zueinander hingezogen. Und vom ersten Tag an kommt es zu mysteriösen Vorfällen. Als ob ihnen etwas Böses auf den Fersen wäre. Doch dann machen sie eine schockierende Entdeckung: Nicht sie werden verfolgt, sondern Courtney, Aimees beste Freundin. Und es gibt nur eine Möglichkeit, sie zu retten: Sie müssen den Dämon, der von ihr Besitz ergriffen hat, austreiben …“ (Quelle: www.randomhouse.de/cbt)

Gestaltung
Wohl am allerbesten an der Gestaltung gefällt mir der Hintergrund. Ein Wald, ein See bzw. Fluss und dann das blaue, eisig wirkende Schimmern, das sich um Covervorder- und rückseite sowie Buchrücken zieht. Zentral auf der Covervorderseite ist ein schwebendes Mädchen in einem Kleid, das wirkt, als sei es eine Comiczeichnung oder Computeranimiert. Durch das Schweben, das Flattern des Kleides und die Körperhaltung samt Gesichtsausdruck wirkt das Mädchen als sei es Besessen. Dies bezieht sich sehr schön auf die Geschichte, ebenso wie das Blau und der Fluss/See. Den Ausdruck des Mädchens finde ich sehr gruselig, was mir sehr gefällt.

Meine Meinung
Von der Gestaltung weiß ich, was ich halten soll: sie gefällt mir recht gut, aber vom Inhalt bin ich etwas verwirrt. Ich weiß nicht, wie ich diesen Roman wirklich einschätzen soll. Die Idee der Besessenheit durch einen Geist ist nichts neues, darum habe ich eigentlich auch nichts Großartiges erwartet, aber was ich hier bekommen habe, hat mich irgendwie vor den Kopf gestoßen. Ich weiß gar nicht, wo ich beginnen soll.

Zunächst zu den Charakteren: Einerseits sind die beiden Protagonisten, Aimee und Alan durchaus sympathisch. Aber andererseits sind sie meiner Meinung nach etwas flatterhaft. Alan kommt neu in die Stadt, da er der Cousin von Aimees bester Freundin Courtney ist. Schon nach gut 50 Seiten sind Aimee und Alan einander verfallen (warum auch immer, es war einfach urplötzlich so und das musste man akzeptieren) , sodass Aimee ihrem langjährigen Freund Blake schnell den Laufpass gibt. Aber das ist gar nicht mal das, was die beiden in meinen Augen so flatterhaft gemacht hat. Vielmehr waren es ihre Gespräche, ihre Handlungen und ihr Miteinander. Nie wurde ein Thema ausdiskutiert oder zu Ende besprochen, stattdessen „hüpften“ sie von einem Problem zum nächsten.

Ich habe beide Figuren als Leser gut kennen lernen können, da die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Aimee und Alan erzählt wird. Jedes Mal wechselte also die Ich-Perspektive von ihr zu ihm. Es war dabei auch sehr leicht, die Erzähler voneinander zu unterscheiden, was ein Pluspunkt ist. Auch dass unten auf der Seite immer der Name des aktuellen Erzählers stand, gefiel mir, da man so nur zum Seitenrand sehen musste, falls man sich einmal nicht sicher war, wer erzählt. Doch fiel mir hier an mancher Stelle auf, dass das Autorenduo nicht darauf geachtet hat, welche Figur was weiß. Manchmal kam es nämlich vor, dass Alan in seinem Erzählabschnitt schon etwas wusste, das er noch gar nicht hätte wissen können, da es Aimee gerade zuvor in ihrem Abschnitt erst passiert war und sie noch keinen Austausch darüber gehabt hatten (es sei denn, dieser wurde nur einfach nicht erwähnt…).

Zu der Handlung gibt es auch ziemlich viel zu sagen. Ich möchte mich allerdings auf ein paar Aspekte beschränken. Es war von Anfang an klar, dass Courtney diejenige ist, die vom Geist besessen ist. Dann kamen jedoch noch einige weitere mysteriöse „Übernatürliche-Aspekte“ hinzu: Alan, der als Indianer in der Geisterwelt wandeln kann, Aimee, die heilen kann und Zukunftsträume hat und der Geist von Aimees toter Mutter, die im Haus umherspukt. Diese ganzen Aspekte haben bei der 411 Seiten langen Geschichte immer wieder eine Rolle gespielt. Doch es erschien mir eher so, als wäre alles lose miteinander verbunden worden und nicht zu einem „festen Päckchen geschnürt“ worden. Meiner Meinung nach hätte man einiges einfach kürzen können, da es für den roten Faden unnötig war. Zudem dauert es wirklich lange, bis das Problem, welches von vorneherein offensichtlich und klar ist, aufgelöst wird.

Auch gestört haben mich die vielen Dinge, die unkommentiert und unaufgeklärt in der Luft stehen gelassen werden. Der Geist, der Courtney besetzt, wird der Flussmann genannt. Nie wird erklärt woher er kam und warum er sein Unwesen treibt. Nie wird klar und deutlich gesagt, warum er Courtney besetzt. Nie wird auch nur ansatzweise erwähnt, warum er seinen Narren an Aimee gefressen hat (dies wird aber mehrmals angedeutet, da der Flussmann schon bereits an ihrer Mutter reges Interesse zeigte). Auch der Leitsatz aus Aimees Traum „Du gehörst mir, ganz und gar mir“ wurde nicht wirklich aufgegriffen und erläutert. Auch die vielen anderen Geisteraspekte, wie plötzlich schwebende Messer wurden meist einfach im Raum stehen gelassen. Natürlich ist mir klar, dass solche geisterhaften Dinge nicht erklärt werden können, aber ein wenig mehr Hintergrundinformationen wären schön gewesen.

Vor allem haben die Figuren diese übernatürlichen Ereignisse meiner Meinung nach einfach viel zu schnell akzeptiert und einfach hingenommen. Manch ein plötzlich Auftauchender Schriftzug auf Bildern wurde einfach nur einmalig beschrieben (als die Handlung passierte) und danach nie wieder aufgegriffen. Da frage ich mich doch als Leser, warum die Autoren sich überhaupt die Mühe gemacht haben, diese Szene zu schreiben, wenn sie im Nichts verläuft. Diese Zusammenhanglosigkeit trat auch schon zu Beginn der Handlung auf, als zwischendurch immer wieder Erinnerungen an Aimees Mutter, eine Seance oder Alans Weg zum Geisterwandler beschrieben wurden. Diese Erinnerungsfetzen wurden einfach nur in die Geschichte geworfen und waren für mich zu wenig verbunden mit den Gesprächen der Figuren oder der Handlung.

Fazit
Die Handlung in „Spirit“ ist durchaus spannend, auch wenn die Idee hinter der Geschichte nicht besonders neu ist. Sie ist in sich stimmig, ist konsequent durchgezogen und auch abgeschlossen worden. Allerdings gibt es zwischendurch Szenen, die von den Autoren nie wieder aufgegriffen wurden. Sie waren weder für den Grundkonflikt notwendig noch für die Auflösung des Problems wichtig. Meiner Meinung nach dienten sie nur dazu, ein wenig „grusel“ in die Geschichte zu bringen, was mir besser gefallen hätte, wenn diese Szenen in engerem Zusammenhang zur Geschichte gestanden hätten. Das Ende schließt die Handlung zwar rund ab, aber viele Dinge wurden einfach nicht aufgeklärt und im Raum stehen gelassen.
3 von 5 Sternen!

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Einzelband

Kommentare:

  1. Schöne Rezension, die kann ich nur unterschreiben! :)

    Ich hab das Buch vor zwei Wochen gelesen und wusste auch nicht wirklich was ich davon halten soll. Zu vieles wird einfach nicht erklärt, was echt schade ist. Wieso wird Courtney besetzt, wieso kann Aimee überhaupt heilen usw.. Auch das mit dem ungeklärten Satz („Du gehörst mir, ganz und gar mir“) ist mir aufgefallen..

    Liebe Grüße
    Chianti

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    1. Hi Chianti!

      Vielen Dank! :)
      Ja, du hast so recht. Ich hab ja immer irgendwie gedacht, dass Courtney besetzt wurde, weil sie irgendwie so sehr an ihrem Vater gehangen hat und ihn wieder haben wollte. Sowas wurde ja angedeutet und darum hab ich erwartet, dass da am Ende irgendwas kommt von wegen, sie hätte versucht ihn zurückzuholen mit irgendwelchen Ritualen. Aber...da kam ja nichts. Oo Ich fühlte mich total vor den Kopf gestoßen.
      Es freut mich aber, zu erfahren, dass ich nicht die Einzige bin, der es so erging! ;)

      Liebe Grüße

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  2. Hey liebste Laura,

    ok, von dem Buch werde ich definitiv die Finger lassen. Obwohl ich es echt toll finde, dass das mal ein Einzelband ist und nicht wieder eine Reihe. Wenn ich mir deine Kritik aber so durchlese, wäre ein Mehrteiler vielleicht besser gewesen.

    Liebste Grüße
    Sandra

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    1. Hallo Sandralein! :)

      Hm ich überlege gerade...ich glaube nicht, dass ein Mehrteiler der Geschichte gerechter geworden wäre...Vermutlich hätte sich dann alles noch mehr wie Kaugummi hingezogen. Man kann grob sagen, dass man hier den kompletten Mittelteil eigentlich hätte weglassen können, weil der einfach für den roten Faden nicht so relevant war.

      Drück dich :)

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