26. Juli 2015

[Blogtour] - Der tiefe Fall der Cecelia Price: Schuldgefühl

Hallöchen schon wieder!

Ich bin's schon wieder. Momentan jagt ein Highlight das nächste, denn heute präsentiere ich euch wieder einen Blogtourbeitrag:


Ich befasse mich mit dem Thema Schuldgefühl.
Was das ist, wie es entsteht und vieles mehr erfahrt ihr heute hier!
Viel Spaß!

Heute möchte ich euch über das sogenannte "Schuldgefühl" informieren. Vermutlich kennt jeder von euch das Gefühl von Schuld, die er auf sich geladen hat, weil er etwas getan hat, das vielleicht nicht richtig war oder für das er im Nachhinein ein schlechtes Gewissen hatte. Viele kennen das Gefühl vielleicht auch daher, dass sie als Kind etwas zerbrochen haben (sei es nun Porzellan von der Oma, Papas Lieblingstasse oder ein Blumentopf von Mama). Als kleines Kind fühlte man sich dann schuldig. Doch ich spreche heute vom Schuldgefühl. Dies unterschiedet sich von der tatsächlichen Schuld! Vermutlich fragt ihr euch nun, wovon ich denn dann genau hier spreche. Schauen wir uns dazu zunächst eine Erklärung vom Wort Schuldgefühl an:
Das Schuldgefühl ist eine – normalerweise als negativ wahrgenommene – soziale Emotion, welche aus der bewussten oder unbewussten Überzeugung, etwas Falsches getan zu haben, entsteht. (Quelle: Wikipedia)
Das bedeutet, dass es sich beim Schuldgefühl  hauptsächlich um das persönliche Empfinden eines Menschen geht. Man hat das Gefühl, etwas getan zu haben, das nicht richtig war und fühlt sich deswegen schuldig und nicht gut. Dabei kann dieses Gefühl daraus entstehen, dass einem bewusst ist, dass man etwas Falsches getan hat und man sich aufgrund dessen schlecht fühlt oder aber das Schuldgefühl entsteht ohne, dass einem bewusst ist, dass man etwas Falsches getan hat.

Es fällt uns Menschen oft schwer, das Schuldgefühl richtig als ein solches einzuordnen. Gefühlsmäßig und auch von den körperlichen Auswirkungen her ähnelt es sehr dem Empfinden von Scham oder Verantwortungsgefühl. Die Emotionen trennscharf voneinander abzugrenzen ist schwierig und vermutlich auch nicht immer möglich, da sie ineinander übergehen und einspielen. Fühlt man sich für etwas schuldig, so schämt man sich häufig auch oder empfindet für das eigene Tun ein hohes Maß an Verantwortung. 

Den Ursprung hat das Gefühl der Schuld in einem Teil unseres Gehirns. Folgt man den Ansichten von Sigmund Freud, dem bedeutsamen Begründer der Psychoanalyse, so gründet das Schuldgefühl im Über-Ich. Freud ging von der Annahme aus, dass der psychische Apparat, also unser Gehirn, in drei Instanzen unterteilt werden kann: in das ICH, das Über-Ich und das ES.

Das ICH ist der Vermittler zwischen Über-Ich und ES. Es wägt ab und entscheidet über die Handlungen des Individuums. Das ES steht für die Lust und die Bedürfnisse des Menschen. Hier kommen also die tief verwurzelten, inneren Wünsche und Gelüste zum Ausdruck.
Im Über-Ich sind nach Freud alle Moral-, Wert- sowie Normvorstellungen, alle von außen an uns herangetragenen und somit erworbenen Regelvorstellungen verankert. Als sogenannte "moralische Instanz" vermittelt das Über-Ich Forderungen an das Ich. Auch das ES übermittelt Forderungen an das Ich. Doch diese Forderungen sind entgegen derer vom Über-Ich sehr lustgesteuert und nicht an Regeln angepasst.

Man kann auch sagen, dass das Über-Ich für das menschliche Gewissen steht. Daher ist es nicht verwunderlich, dass in diesem das Schuldgefühl anzuordnen ist. Ein solches Gefühl hat im Es nichts verloren, da es zwar tief aus der menschlichen Seele hervor kommt, jedoch nur wenig mit Lustempfinden zu tun hat.

Zudem gibt es einen engen Zusammenhang zwischen dem Auslöser des Schuldgefühls und den im Über-Ich verankerten Werten und Normen: Wie bereits erklärt entsteht das Schuldgefühl, wenn ein subjektiv empfundener Fehler begangen wird, kurz, wenn wir etwas Falsches getan haben. Das bedeutet, dass man sich schon dann schuldig fühlen kann, wenn man eine Handlung vollzieht, die sozial nicht erwünscht ist. Ein Verstoß gegen Normen, Regeln oder Verbote löst demnach ein Schuldgefühl aus. Normen, Regeln oder Verbote sind im Über-Ich verankert. Somit ist auch das Schuldgefühl dort anzusiedeln.

Wie äußert sich jedoch nun das Schuldgefühl? Woran erkenne ich, ob ich unter einem Schuldgefühl "leide" oder nicht?
 Das schlechte Gewissen und in diesem Zusammenhang vor allem auch die Gewissensbisse sind hier wohl das bekannteste und gängigste Symptom. Ärger über sich selber, Angst und ein generelles Unruhegefühl sind zudem ebenso kennzeichnend. Man fühlt sich innerlich aufgewühlt, kann nicht abschalten, denkt ständig nach und findet keine Ruhe. Die Gedanken kreisen umher. Zweifel und Selbstvorwürfe plagen einen. Man empfindet auch Reue für das getane und wünscht sich häufig, Geschehenes rückgängig oder besser noch ungeschehen machen zu können. Die Wiedergutmachung der (unter Umständen subjektiv eingebildeten) Schuld ist das Ziel, um welches sich die Gedanken drehen.

Hat man also etwas falsches getan, empfindet man Schuld. Man fühlt sich schuldig. Ein Gefühl, das man haben kann, wenn man etwas getan hat oder eben auch nur denkt etwas getan zu haben. Es gibt
Es fühlt sich an...wie versinken im tiefen Ozean (der Gefühle)
Fälle, da unterscheidet sich das Schuldgefühl von der tatsächlichen Schuld. Dann denkt man, man sei an etwas Schuld, obwohl man es aus der Sicht anderer (oder auch einfach nur objektiv betrachtet) unschuldig ist. Dennoch kann man in diesem Fall nicht so einfach aus seiner Haut. Macht sich Vorwürfe, hat Gewissensbisse, spürt die innere Unruhe, fühlt sich wie betäubt, wie tief unter Wasser... all das, obwohl man keine Schuld trägt. Aber es ist das eigene Empfinden, das in diesem Fall zählt und all diese Symptome verursacht. Subjektiv empfindet man sich als schuldig, wodurch die Gefühlsspirale ausgelöst wird. Manchmal helfen da auch alle Bekundungen guter Freunde oder Außenstehender, die bestätigen, dass man unschuldig ist, nichts. Man zermürbt sich selber, bis man selber zu einer Erkenntnis kommt. Bis einem selbst bewusst wird, dass es vielleicht auch anders sein könnte, dass man gar nicht die tatsächliche Schuld trägt.

Somit wird deutlich, dass es feine Unterschiede zwischen dem Schuldgefühl und der tatsächlichen Schuld  gibt. Man kann für etwas die Schuld tragen und hat dann berechtigte, rationale Gefühle von Schuld. Man kann aber auch unschuldig sein, aber subjektiv empfundene, irrationale Schuldgefühle mit sich herum tragen.

Auch unsere Protagonistin aus Kelly Fiores Werk "Der tiefe Fall der Cecelia Price" steht zwischen den Stühlen der Schuld. Cecelia hat beim Notruf angerufen und den Tod ihres Bruders gemeldet. Dies tat sie mit den Worten "Er … Ich … Es ist meine Schuld. Ich habe das getan. Ich habe das getan.".
Nun stellt sich hier also die Frage: Was ist passiert? Hat Cecelia ihren Bruder wirklich, wie man es nach dem Hören dieser Worte glauben mag, getötet? Ist sie tatsächlich Schuld? Oder spielen ihre Gefühle ihr einen Streich? Fühlt sie sich nur schuldig?

Tatsächliche Schuld oder Schuldgefühl? Was trifft zu in Cecelias Fall?
Das müsst ihr schon selber herausfinden! ;)
Aber mit Hilfe dieses Beitrages und dem von Julia am 28.07., in welchem sich alles um die tatsächliche Schuld dreht, könnt ihr beim Lesen des Romans vielleicht schon früh eure eigenen Schlüsse ziehen.
Dazu habt ihr nun im Rahmen dieser Blogtour sogar die Chance eines von zwei Printausgaben des Romans "Der tiefe Fall der Cecelia Price" zu gewinnen!

Alles was ihr dafür tun müsst, ist folgendes: Zu jedem Blogbeitrag gibt es eine Frage zu beantworten (per Kommentar). Für jede beantwortete Frage bekommt ihr ein Los und damit eine mögliche Gewinnchance. Am Ende der Tour könnt ihr also mit bis zu sechs Losen in unserem Lostopf vorhanden sein. Meine heutige Frage findet ihr unter dem Banner! ;) Viel Glück euch allen!

Hier noch einmal alle Termine der Blogtour im Überblick:


Hattet ihr selber schon einmal mit einem Schuldgefühl zu kämpfen? Wart ihr tatsächlich schuldig oder fühlte es sich für euch nur so an, weil ihr es so empfunden habt?

Teilnahmebedingungen: 
- Die Teilnahme ist bis einschließlich zum 2. August 2015 möglich. Am Montag darauf erfolgt die Auslosung, die Gewinner werden im Laufe dieses Tages auf allen Blogs verkündet.
- Es muss eine gültige Kontaktmöglichkeit (e-Mail Adresse) angegeben werden (Eintragung ins Kontaktformular genügt, alternativ könnt ihr eure e-Mail Adresse auch per Mail an uns schicken)
- Wie oben beschrieben gibt es pro beantwortete Frage ein Los.
- Um zu gewinnen solltet ihr min. 18 Jahre alt sein oder die Erlaubnis eurer Eltern haben
- Die Gewinner erklären sich damit einverstanden, dass ihre Namen im Rahmen des Gewinnspiels genannt werden und ihre Adressen zwecks Buchversand an den Coppenrath Verlag übermittelt werden.
- Die Gewinner werden per e-Mail benachrichtigt und haben dann eine Woche Zeit ihre Adresse mitzuteilen.

Lasst euch Azaleas Leben und das wahre Leben in Afrika nicht entgehen!
Eure Laura

Quelle: mein Schulwissen über Freud

Kommentare:

  1. Huhu Laura!

    Auch wenn ich natürlich nicht an der Verlosung teilnehme, möchte ich es mir trotzdem nicht entgehen lassen deine Frage zu beantworten und außerdem zu sagen, dass ich deinen Beitrag super-gelungen finde! :)

    Zur Frage: Klar habe ich mich auch schon mal schuldig gefühlt. An größeren Dingen war es mehr das Gefühl von Schuld ohne jedoch wirklich schuldig zu sein. Das kann einen schon quälen, auch wenn man eigentlich weiß, dass man nicht wirklich Schuld hat.
    So wirklich schuld war ich allerdings auch schon mal. Das allerdings eher an Kleinigkeiten, die ich mir selbst und man mir verzeihen konnte :)

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hi Nicole!

      Danke, das freut mich sehr <3 Und auch nochmal danke dafür, dass ich bei der Blogtour dabei sein durfte :) Ich hatte sehr viel Spaß mit euch und wir waren ein richtig schönes Grüppchen! Da macht es doch gleich dreifach so viel Spaß eine Blogtour zu veranstalten! :)

      Ich hatte bisher eher mit der Schuld zu kämpfen, wenn ich etwas kaputt gemacht hatte, wobei das natürlich immer aus Versehen passiert ist... Aber auch dabei ist das Schuldgefühl bei manchen Dingen sehr erdrückend, je nachdem wie bedeutsam die Dinge waren. :)
      Aber solange einem verziehen wird oder man sich selbst verzeihen kann, verschwindet das Gefühl ja auch mit der Zeit wieder :)

      Liebe Grüße zurück,
      Laura

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  2. Hallo und guten Tag,

    Danke erst einmal für Deinen umfassenden Einblick in die Thermatik der "Schuld" .

    Ja, es gibt immer Situation . Wo man denkt, man hätte möglicherweise eine Situation entschärfen können, wenn man seine Worte anderster gewählt hätte zum Beispiel Familie oder Freunde und dann bekommt man schnell die Gedanken " man ist selber " an allem und jedem Schuld.

    Man fängt das Grübeln an .....und möglicherweise merkt man selber, wie man für das nächste mal etwas verbessern kann, wenn es denn ein nächstes Mal gibt dazu...ähnliche Situation usw.

    LG..Karin...

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  3. ich denke, jeder kommt irgendwann in eine Situation wo er falsch handelt und dann Schuldgefühle bekommt. Aber auch, dass man Schuldgefühle hat, ohne es zu müssen, einfach weil es einem eingeredet wird, dass man Schuldgefühle haben muss. Bei mir ist das so mit meinen Eltern, ich wohne weit weg, bin verheiratet, wir haben Haus und Garten, ich habe einen guten Job. Und laut meinem Vater müsste ich immer Schuldgefühle haben, weil ich nicht in ihre Nähe ziehe

    Monika Dalmatiner Prinz
    dalmatiner@gmx.at

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  4. Hallöchen,

    hatte nicht jeder schon mal mit Schuldgefühlen zu kämpfen?
    Ich bin ein ziemlich harmoniebedürftiger Mensch, auch wenn ich das nach außen eher nicht zeige.
    Ich lade aber Schuld auch nur auf mich, wenn ich weiß, dass ich es eben auch wirklich bin oder war, sonst lasse ich es an mich nicht heran...aber wenn ich es heranlasse, verfolgt es mich Jahre lang...

    Liebe Grüße Sarah
    http://booksonpetrovafire.blogspot.de/

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  5. Hallo,
    ja ich habe schon ab und zu ein schlechtes Gefühl gehabt, weil ich etwas verheimlicht oder einfach nur nicht gesagt hatte, sei es nur Freunden gegenüber, weil ich etwas wusste, was wichtig gewesen wäre oder einfach so.
    Das Buch bzw. eure Tour hat wirklich spannende Themen :-), lg Lena

    Erreichbar wäre ich unter:
    BlueOcean8519@aol.com

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  6. Ich glaube jeder hat schon mal mit Schuldgefühlen zu kämpfen. Ich glaube alles andere wäre unnormal. Ich entwickel ganz schnell ein schlechtes Gewissen, weil ich vielleicht etwas nicht zeitlich schaffe, was ich aber versprochen habe. Termine ändern muss, weil was dazwischenkommt. Das ist bei mir ganz schlimm. Dabei muss das gar nicht sein. Das weiß ich auch aber trotzdem ist es oft so.
    Ich habe auch ein schlechtes Gewissen wenn ich mal zu einer Notlüge greife ;-). Das passiert nicht oft aber manchmal braucht man die einfach :-D.

    Liebe Grüße,
    Vanessa

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