23. Februar 2016

[Lesungsbericht] - Team Poznanski/Strobel rockt die Bude!

Hallihallo!

Im Gepäck habe ich heute einen...


für euch! Ich habe Ursula Poznanski und Arno Strobel bei ihrer Lesung aus "Fremd" gelauscht.
Viel Spaß!

Mitte Januar hatte meine Mutter Geburtstag und zu ihrem Geburtstag habe ich ihr zwei Karten für die Lesung von Ursula Poznanski und Arno Strobel aus "Fremd" gelesen (das Buch hat sie natürlich auch von mir bekommen ;) ). Da alleine zu einer Lesung gehen bekanntlich ja nicht ganz so viel Spaß macht, wie zusammen zu gehen, bin ich natürlich mit gegangen! Und Leute, was soll ich euch sagen? Ich hatte einen wundervollen Abend!

Ich habe lange nicht mehr so viel gelacht! Mir taten richtig die Wangen weh als wir wieder zu Hause waren. Damit hatte ich echt so gar nicht gerechnet, immerhin ist "Fremd" ein Krimi/Thriller. Also hatte ich eine ernstere Stimmung erwartet und war am Ende wirklich positiv überrascht. Natürlich möchte ich euch den Abend nicht vorenthalten und ein wenig aus dem Gedächtnis erzählen, was alles so passiert ist, was wir erfahren haben und wie der Abend gestaltet war.

Wie kamen die Zwei dazu, einen gemeinsamen Roman zu schreiben?

Die Lesung fand in einer Art Musikschule statt, in einem Foyer oder einer Art...kleinen Halle. Überall standen Tische mit Kerzen und Stühlen drapiert um eine kleine "Bühne" mit Tisch, Kerzenständer und zwei Stühlen. Um kurz nach 19.30 Uhr begann die Lesung. Arno Strobel und Ursula Poznanski betraten die Bühne und informierten uns über den Ablauf des Abends.

Sie erzählten, wie sie dazu kamen, ein Buch gemeinsam zu schreiben. Beide waren nämlich eigentlich der Ansicht, dass sie nicht mit anderen Autoren gemeinsam ein Werk schreiben könnten. "Das klappt niemals." haben sie beide vorher gesagt. Ursula hat erzählt, dass sie bei ihren Geschichten immer sehr genau weiß, wohin sie mit ihnen möchte und dass sie denkt, dass es schwierig ist, sich mit jemand anderem abzustimmen. Bei einem kleinen Absacker nach der Leipziger Buchmesse hat sie in einer Bar auch mit Arno über dieses Thema gesprochen und dabei kam eins zum anderen.
Arno Strobel & Ursula Poznanski

Die zwei haben in der Bar darüber gesprochen, wie eine Geschichte, die man zu zweit schreiben kann, aussehen müsste. Kurze Zeit später sendete Ursula, die in Österreich wohnt, Arno einen kleinen Text. Ein erstes Kapitel ihrer Idee. Denn diese hatte sie nicht mehr losgelassen, sodass sie sie kurzerhand einfach aufgeschrieben hatte. Arno hat dann zurück geschrieben und gefragt "Wie geht es weiter? Wer steht an der Tür?", worauf Ursula ihm nur geantwortet hat, dass sie dies nicht wisse, denn dies sei ja sein Kapitel. Und so war es dann an Arno, weiter zu schreiben.
Die beiden haben sich also per Mail abwechselnd die Kapitel zugeschickt und hatten dabei richtig Spaß, da sie nicht unter Termindruck schreiben mussten.

Irgendwann haben sie dann ihren Agenten und Verlegern von der neu entstehenden Geschichte erzählt und was dann geschah, war wirklich überwältigend. Die großen Verlage waren alle an der Story interessiert und haben verschiedene Angebote gemacht. Eins davon haben Arno und Ursula dann anegenommen, das des Wunderlich Verlages. (Wir haben auch einen kleinen Einblick in den Ablauf/die Entstehung eines Buches bekommen :) ).

Nun wird gelesen!

Nach dieser kurzen "Entstehungsgeschichte" begannen die Zwei aus "Fremd" zu lesen. Ursula begann mit dem ersten Kapitel, das aus Sicht einer Frau, Jo, geschildert ist. Sie kommt nach einem Arbeitstag in ihre Wohnung und trifft dort plötzlich einen Mann an, der ihr sehr fremd ist...aber seltsamerweise ihren Namen weiß. Arno hat hier bei den Dialogen die Stimme des Mannes übernommen. Das zweite Kapitel schilderte dann dieselbe Situation, nur aus der Sicht des Mannes, weswegen Arno dieses Kapitel las und Ursula dieses Mal in den Dialogen "aushalf". Denn auch der Mann kommt nach einem langen Tag nach Hause und findet die Wohnung verändert vor. Seine Sachen fehlen und seine Verlobte, Jo, erinnert sich plötzlich nicht mehr an ihn...

Es folgte eine kurze ca 15 minütige Pause, in welcher wir uns in einem Nebenraum Getränke und Speisen kaufen konnten. Anschließend folgte die Fragestunde. Arno hatte schon angemerkt, dass dies immer ein wenig schwierig für Autoren sei, da die Besucher der Lesung sich oft nicht trauen würden, die erste Frage zu stellen. Da musste ich schmunzeln. In einem Meiner Uniseminare hatte ein Dozent auch darüber gesprochen, dass man immer einen "Eisbrecher" benötigt. Einen, der der Erste ist und den anderen den Weg ebnet. Wir brauchten hier also auch einen Eisbrecher. Umso amüsanter war es natürlich, als Arno dann nach Fragen fragte und sofort die Hand einer Frau in die Luft schoss.

Eine spannende Fragerunde...

Geduldig beantworteten Arno und Ursula alle Fragen. Unter anderem erzählten sie so, dass sie glauben, dass es für junge Autoren, die noch nicht so viel Erfahrung haben, schwieriger sein könnte, ein Buch gemeinsam zu schreiben. Aber wir erfuhren auch, dass die beiden an einem neuen, gemeinsamen Buch schreiben. Hier soll es um ein Ermittlerteam gehen (einem Mann und einer Frau natürlich ;) und Arno schreibt dieses Mal die Frau! :D Spaß! Ursula schreibt wieder den weiblichen Part).

Auch erzählten sie uns, dass Arno in der "heißen Phase" beim Schreiben seiner Bücher, Frauenromane liest. Das fand ich wirklich ziemlich cool. Daher ist Ursula auch der Meinung, dass Arno ein Frauenversteher ist. Arno meinte daraufhin nur, dass er ja schon einmal einen Roman aus der Perspektive einer Frau geschrieben hat, dies aber nicht nochmal tun wird. Generell haben die Zwei viele Späße gemacht, sodass es wirklich sehr lustig war.

Es waren auch ein paar Schüler anwesend, die in der Schule Ursulas "Erebos" gelesen hatten. Die Mädels wollten wissen, ob Ursula es beabsichtigt hatte, dass die Protagonistin mal Handy und mal Smartphone sagt (da sie diese Tatsache in der Schule irgendwie gedeutet und analysiert hatten. Wie kann ich nicht sagen, da ich das Buch nicht kenne). Hier schwang also die in der Schule so berüchtigte Frage des "Versteckt der Autor absichtlich diese Deutungen in seinem Text oder interpretieren wir das da alles nur so hinein?" mit. Ursula hat auf diese Frage breit gegrinst und gesagt, dass sie das nur gemacht habe, weil sie nicht immer dasselbe Wort verwenden wollte (was ich nachvollziehen kann, ich schaue auch immer darauf, dass sich Wörter nicht zu stark doppeln).

Arno hat gelacht und gemeint, dass auch Autoren mal Fehler unterlaufen würden und dass er es toll findet, wenn so genau gelesen würde. Hier hat er eine kleine Anekdote erzählt. Einer seiner Romane hat einmal in der DM-Zeit gespielt, dabei hat Arno aber von Euro gesprochen (den es zu der Zeit dann ja noch nicht gab). Dieser Fehler sei erst den Lesern aufgefallen, den Lektoren hingegen nicht.

Aus dem Leben zweier Autoren: Miniroman-E-Mails


Anschließend folgte ein Highlight für mich. Arno und Ursula haben ihren E-Mail-Verkehr vorgelesen. Ich sage euch, das war herrlich! So lustig! Ursula hat nämlich immer wieder angedeutet, dass sie ewig auf Arnos Kapitel warten musste. Daher haben sie ein Gespräch vorgelesen, in dem Ursula nach einiger Wartezeit mal bei Arno nachgehakt hat, wo denn das Kapitel bleibe.

Arno hat sich mit wirklich wilden Entschuldigungen herausgeredet. Von "Meine Katze hat das Manuskript gefressen." über "Ich hatte die Seiten ausgedruckt und in ein Buch gelegt, als ein Virus die PC-Datei befallen hat. Das ausgedruckte Manuskript lag jedoch in einem ausgeliehenen Bibliotheksbuch, welches ich bereits in die Bib zurückgebracht hatte." war alles dabei!

Es war so lustig, wie die beiden Autoren miteinander geschrieben haben, dass ich mich gefragt habe, ob sie wohl wirklich auf diese Art und Weise miteinander kommunizieren (denn jede Mail glich einer kleinen Geschichte, einem Miniroman). Ich wünschte, die E-Mails würden auch als Buch veröffentlicht!

Das Signieren

Am Schluss nahmen sich Ursula und Arno noch Zeit, die Bücher von allen Besuchern zu signieren. Dabei habe ich wieder etwas sehr lustiges erlebt. Neben mir stand eine Frau, die ihr Buch signieren lassen wollte. Ursula nahm es und fragte "Für wen?" und die Frau, voller Überzeugung: "Für mich!". Ursula guckte irritiert und ich musste grinsen. Daher fragte die Autorin wieder "Für wen soll ich denn draufschreiben?" Und wieder die Frau "Für mich!".

Daraufhin erzählte sie irgendetwas, das ich nicht verstanden habe und das sehr konfus war, bis eine Frau von hinten rief "Schreiben Sie doch einfach 'Für Sie'.". Irgendwann rückte die Frau dann doch mit ihrem Namen raus (und dabei klang ihre Stimme so...selbstverständlich, als ob wir alle hätten wissen müssen, wie ihr Name ist). Ich habe Tränen gelacht!

Fazit

Ich kann euch nur empfehlen, sollte eine "Fremd"-Lesung in eurer Nähe stattfinden: geht hin! Vor allem der E-Mail-Verkehr ist so witzig und einen Besuch allemal wert! Aber auch sonst sind Ursula und Arno ein klasse Team, das Witz und Charme verbreitet und die Lesung zu einem wirklichen Event und Highlight für mich gemacht hat! Mal schauen, ob ich nun zu "Fremd" greifen werde, denn in Versuchung geführt bin ich nun allemal...;)

Besucht ihr auch so gerne Lesungen?
Eure Laura

Kommentare:

  1. Hey meine liebe Laura,

    dein Bericht hört sich wirklich nach jeder Menge Spaß an. Die beiden sind so unterhaltsam.
    Spannend fand ich es wie sie auf die Idee zu ihrem Roman und dem gemeinsamen Schreiben gekommen sind!
    Von der netten Dame bei der Signierstunde hattest du zwar schon erzählt, aber ich musste trotzdem wieder lachen :-D

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Huhu Sandralein! <3

      Oh ja, ich hatte an dem Abend wirklich so unglaublich viel Spaß und habe so oft gelacht oder breit gegrinst, dass mir richtig die Wangen weh taten :)
      Hihi, ich muss auch jedes Mal noch lachen, wenn ich an sie denke. Das war echt so herrlich, wie sie felsenfest überzeugt war, dass jeder sie versteht xD

      Ganz liebe Grüße,
      Laura

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  2. Huhu, liebe Laura:)

    Das hört sich ja toll an! Ich war bisher nur auf einer Lesung, damals von Kai Meyer und Die Seiten der Welt 1. Das hat mich schon sehr begeistert! Es ist ja doch noch was ganz Besonderes, wenn man seine Lieblingsautoren auch mal live sehen und hören kann, oder?
    Von Ursula Poznanski kenne ich bisher die Eleria-Trilogie, die ich letztes Jahr gelesen habe - ich liebe sie einfach. Erebos steht noch ungelesen im Regal, irgendwie kommt immer ein anderes Buch dazwischen *grins*
    Von Arno Strobel habe ich früher viel gelesen, aber seitdem ich mehr Jugendbücher lese, ist das nicht mehr so meins. Doch damals fand ich ihn auch sehr gut und die Bücher richtig spannend.
    Ein echt toller Bericht!

    LG und einen schönen Dienstag,
    Claudia :)

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    1. Hallo meine Liebe! :)

      Oh ja, das ist wirklich sehr besonders! Vor allem hätte ich nie erwartet, dass der Abend so lustig werden würde. Ich hatte mit Spannung gerechnet und aber auch mit Ernsthaftigkeit, weil sie ja nunmal ihren Thriller vorstellten, aber ich dachte manchmal echt, dass ich nicht mehr kann, so breit habe ich gegrinst :)
      Ich kenne von Ursula auch bisher nur "Layers", auch wenn ich ihre anderen Jugendbücher größtenteils besitze. Die Eleria-Trilogie habe ich mir signieren lassen und eigentlich wollte ich sie danach schon längst gelesen haben, aber meine Klausur kam dazwischen >.< Von Arno habe ich leider noch gar nichts gelesen, aber das werde ich nun auch definitiv ändern! So ein sympathischer Autor! :)

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
      Laura

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  3. Hallo Lauralein,

    ein toller Bericht und ich freue mich schon, wenn ich am 11.03. zur Lesung bei mir in der Nähe gehe. Die beiden sind so sympathisch und bin schon sehr gespannt auf diesen Abend.

    Man merkt richtig, wie toll dir der Abend gefallen hat.

    Küsschen, Uwe

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    1. Hi Uwi! <3

      Oh ja, da kannst du dich so richtig drauf freuen, das wird ein Highlight, ich verspreche es dir! :)
      Ich bin dann schon auf deinen Bericht gespannt und darauf, ob dir die Lesung auch so gut gefallen wird, wie mir!

      Liebe Grüße und drück dich,
      Laura

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    2. Na klar werde ich berichten :D und bei den Beiden ;) kann das nur gut werden.

      Küsschen Uwe

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  4. Huhu Laura!

    Danke für diesen tollen Bericht :)
    Ich muss mich gleich mal nach den Lesungsterminen umgucken...

    Liebe Grüße

    Andrea
    http://wildbookheart.blogspot.de

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    1. Hey Andrea!

      Sehr gerne :) Ich kann die Lesung nur wärmstens empfehlen und jedem Thriller, Usula Poznanski oder Arno Strobel Fan ans Herzen legen!

      Ganz liebe Grüße,
      Laura

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