15. Juni 2016

[Rezension] - Der Geruch von Häusern anderer Leute (Bonnie-Sue Hitchcock)






Verlag: Königskinder Verlag
Übersetzt von: Sonja Finck
Reihe: Einzelband
Einband: gebunden
Seitenanzahl: 320
Altersempfehlung: ab 14
Preis: 17.99 € [D]
ISBN: 978-3-551-56021-6
Bildquelle: © Königskinder Verlag






Klappentext
"Alyce weiß nicht, wie sie Fischen und Tanzen in Einklang bringen soll. Ruth hat ein Geheimnis, das sie nicht mehr lange verbergen kann. Dora will ihren Vater nie wieder sehen und wird von Dumplings Familie aufgenommen. Hank und seine Brüder hauen von zu Hause ab, doch einer von ihnen gerät dabei in große Gefahr. Und trifft auf Alyce … Hier, unweit des nördlichen Polarkreises, wo der Alltag manchmal unerbittlich ist, kreuzen sich ihre Lebenswege immer wieder. Sie kommen einander näher, versuchen einander zu retten. Und wenn man es am wenigsten erwartet, gelingt es.“ (Quelle: www.carlsen.de/koenigskinder)

Gestaltung
Besonders mag ich an der Gestaltung die Blumen, Kirschen und Ranken, die das Cover und das Gesicht des Mädchens umrahmen, denn mir gefällt vor allem die Farbkombination dieser kleinen Coverelemente. Diese Farben bilden auch einen schönen Kontrast zum schwarz-weiß Foto des Mädchengesichtes. Auch unter dem Schutzumschlag weiß das Buch optisch zu überzeugen: die Ranken und Blumen sind auf einem schlichten hellblau abgedruckt und mitten auf dem Buch ist ein schöner Spruch aus der Geschichte abgedruckt.

Meine Meinung
Als ich den Klappentext von „Der Geruch von Häusern anderer Leute“ las, war meine Neugier sofort geweckt. Ich wollte wissen wie und ob die Geschichten der vier Figuren aufeinander treffen und miteinander verbunden werden würden. Sofort musste ich an Filme wie „Tatsächlich…Liebe“ oder „Happy New Year“ denken, die ich gerne mochte. Und nun, nachdem ich dieses Buch gelesen habe, weiß ich gar nicht, wie ich all meine Gedanken und Gefühle in Worte fassen soll, denn dieses Buch war einfach so unglaublich gut. Es hat all meine Erwartungen übertroffen und die Filme locker in den Schatten gestellt.

Bonnie-Sue Hitchcock hat mich mit ihrem Debütroman eiskalt erwischt, denn er hat bei mir eingeschlagen wie eine Bombe. Niemals hätte ich gedacht, dass die Geschichte so gefühlvoll und emotional sein würde! Besonders die tiefgründigen Gedanken der Figuren haben es mir angetan, denn in ihnen steckte so viel Wahrheit über das Leben und zwischenmenschliche Beziehungen. Der sehr ergreifende Schreibstil der Autorin hat sein Übriges dazu beigetragen, dass mich die Worte dieses Buches mitten ins Herz getroffen haben. Passend zum Titel des Buches schafft der Schreibstil der Autorin es aufgrund seiner starken, sehr visuell angehauchten Beschreibungen, dass ich bestimmte Gerüche beinahe selber in der Nase hatte. (wobei die Gerüche nur eine Metapher für die unterschiedlichen Familien sind, also keine Sorge, es geht nicht dauerhaft um Gerüche!) Ich war so in den Gefühlen und Geschichten der Figuren versunken, dass ich dieses Buch innerhalb eines Tages inhaliert habe.

Die Geschichte spielt in den 1970er Jahren in Alaska. Zu dieser Zeit ist es nicht einfach ein Jugendlicher zu sein. Schon gar nicht in einem Land, das für die Zukunft junger Menschen nicht viel bereitzuhalten scheint. Durch den Prolog erfuhr ich einige Hintergrundinformationen über dieses Land, was mich wirklich überrascht hat, denn ich hatte nicht damit gerechnet, Einblicke in Alaskas Geschichte zu erhalten. Dieser geschichtliche Einblick wird im Buch sehr kurz gehalten, aber man lernt dabei so viel und er lässt die Geschichte so viel realer werden, dass ich total begeistert bin!

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd von vier Ich-Erzählern: Ruth, Alyce, Dora und Hank. Diese vier Jugendlichen haben so unterschiedliche Geschichten und Hintergründe, die alle sehr individuell und berührend sind, dass ich nicht umhinkam mit jeder einzelnen Figur mitzufühlen. Zunächst beginnt die Geschichte als ein augenscheinliches Aneinanderreihen der vier Einzelschicksale. Dies war zu Beginn etwas ungewohnt, aber mir gelang es gut, die Figuren auseinander zu halten (obwohl ja alle die Ich-Perspektive nutzen), da die Protagonisten sehr unterschiedlich waren und meist sofort in den ersten Zeilen eines neuen Kapitels klar wurde, um wen es sich handelte.

Diese vier Geschichten werden dann zu einer Einzigen verwoben, wie in den eingangs von mir erwähnten Filmen. Ich muss sagen, dass diese Verbindung der verschiedenen Figuren für mich auf einmal so unerwartet kam, dass ich einfach nur begeistert davon bin. Gerade als ich mich zu fragen begann, wann die Geschichten zusammenlaufen würden, geschah dies! Die Autorin verknüpft und vermischt die einzelnen Handlungsstränge dabei auf so magische Weise, dass ich von der Geschichte einfach nur noch mehr in ihren Bann gezogen worden bin. Somit waren die verschiedenen Handlungsstränge keineswegs verwirrend, wie es sonst oftmals bei Büchern mit mehreren Erzählern ist. Vielmehr machen sie die Besonderheit dieses Werkes aus und gerade das stetige Miteinanderverweben der Figuren ließ langsam einen roten Faden entstehen, an dem ich mich immer orientieren konnte.

Besonders berührend fand ich auch die tragischen Schicksale der Figuren. Bonnie-Sue Hitchcock hat hier Themen aus dem Leben aufgegriffen, die die Figuren sehr real und authentisch wirken ließen. Für mich waren dabei alle vier Charaktere interessant und tiefgründig. In diesem Buch begegnen einem eine Teenager-Schwangerschaft ebenso wie Missbrauch in der Familie, das Zerrissen sein zwischen dem eigenen Traum und der Erfüllung der Wünsche der Eltern oder der Flucht vom eigenen zu Hause. Ich fand es so schön, wie die vier Teenager tiefe Beziehungen aufgebaut und auch ihre eigene Identität gefunden haben. Mehr möchte ich auch schon gar nicht zum Inhalt oder den Figuren verraten, denn das sollte jeder Leser selber entdecken.

Fazit
Ein Meisterwerk, dass den Leser mitten ins Herz trifft! Mehr muss zu „Der Geruch von Häusern anderer Leute“ nicht gesagt werden, denn dieses Werk spricht mit seiner Emotionalität und seinen grandiosen Erzählstimmen für sich! Jeder sollte es lesen, sich von seiner Magie fesseln lassen und sich dem Zauber der Worte hingeben. Die vier verschiedenen Erzähler sind überhaupt nicht verwirrend und es ist einfach nur unglaublich zu erleben, wie so unterschiedliche Geschichten zu einer Einzigen verwoben werden. „Der Geruch von Häusern anderer Leute“ ist tiefgründig, emotional und regt durch die Einzelschicksale und die Informationen zum Handlungsort Alaska zum Nachdenken an. Der visuelle Schreibstil der Autorin trägt dazu bei, dass dieses Buch zu einem ganz besonderen Leseerlebnis wird. Bei mir hat dieses Buch eingeschlagen wie eine Bombe und ich bin restlos begeistert!
5 von 5 Sternen!

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