17. Juli 2016

[Rezension] - Das verrückte Leben der Jessie Jefferson (Paige Toon)






Verlag: Harper Collins ya Verlag
Übersetzt von: Gisela Schmitt
Reihe: Trilogie
Einband: broschiert
Seitenanzahl: 304
Altersempfehlung: ab 16
Preis: 14.99 € [D]
ISBN: 978-3-959-67023-4
Bildquelle: © Harper Collins ya Verlag






Klappentext

"An Jessies 15. Geburtstag verunglückt ihre Mutter tödlich - ohne je verraten zu haben, wer ihr leiblicher Vater ist. Außer sich vor Trauer und Wut, entlockt Jessie ihrem Stiefvater das schockierende Geheimnis: Ihr Erzeuger ist der Mega-Rockstar Johnny Jefferson, der nichts von ihrer Existenz ahnt! Klar, dass Jessie ihren berühmten Dad unbedingt treffen will, doch der Besuch im sonnigen Kalifornien, wo Johnny mit seiner Familie lebt, verläuft zunächst holprig. Dank des heißen Nachwuchsmusikers Jack findet Jessie schließlich Gefallen an der Glitzerwelt von L.A. Aber kann sie in dieser Glamourwelt wirklich bestehen?“ (Quelle: http://corporate.harpercollins.de/index.php)

Gestaltung
Das Covermotiv und auch die strahlende Sonne, die hinter dem Mädchen hervorschimmert, gefallen mir wirklich super gut, aber leider mag ich das Lila so gar nicht. Diese Farbe passt meiner Meinung nach überhaupt nicht zum Motiv, da Lila für mich nicht sommerlich ist und es irgendwie das Strand-Urlaubs-Sommer-Feeling nimmt. Die Palmen finde ich dafür richtig toll und auch das Farbspiel von hell und dunkel mag ich, da es Lichteffekte simuliert…Wäre das Cover nur nicht Lila!

Meine Meinung
Dieses Buch hat vor allem meine Aufmerksamkeit dadurch erregt, dass der Vater von Protagonistin Jessie ein Rockstar sein soll, der nichts von ihrer Existenz weiß. Diese Thematik fand ich ziemlich spannend, da sie auch noch nicht allzu häufig in Romanen aufgegriffen wurde. Auch klang es interessant, dass zwischen Jessie und ihrer „neuen“ Familie zunächst nicht alles ganz rund laufen soll. Leider musste ich jedoch zunächst ziemlich lange darauf warten, dass Jessie überhaupt erst von ihrem leiblichen Vater erfährt.

Das Buch beginnt mit dem Tod von Jessies Mutter und damit wie sie sich andauernd betrinkt, raucht oder mit ihrem Stiefvater in die Haare kriegt. Ich war wirklich genervt von ihr. Jeder Mensch trauert anders, aber ihr „Weg der Trauer“ war für mich als Leserin sehr anstrengend, da Jessie auf mich sehr unsympathisch wirkte. Vor allem ihre Art ihrem Stiefvater gegenüber gefiel mir nicht. Der Einstieg war für mich sehr anstrengend, da ich irgendwann einfach nur noch genervt von Jessie war. Aber auch ihr Umgang mit dem Alkohol war für ein Jugendbuch einfach nicht angemessen, da unkontrollierter Konsum hier als geradezu harmlos dargestellt wurde und das bei jugendlichen Lesern ein falsches Bild wecken könnte.

Als sie dann davon erfährt, dass ihr richtiger Vater ein Rockstar ist, war sie auf einmal wie ein ganz anderes Mädchen. Das passte für mich leider überhaupt nicht mehr zusammen und wirkte sehr unrealistisch. Ich konnte überhaupt nicht nachvollziehen, wie diese eine Nachricht sie so verändern konnte, dass sie auf mich wirkte wie jemand ganz anderes. Sie wusste sich auf einmal zu benehmen und wirkte recht vernünftig. Da hätte ich mir ein paar Erklärungen gewünscht, denn nur die Tatsache, dass sie nun weiß, wer ihr Vater ist, reicht für mich da nicht aus. Auch sein Rockstar-Image kann für mich kein Ausschlag für eine solche Veränderung sein. Aber immerhin hat sie sich überhaupt verändert und ist etwas erwachsener geworden. Das lässt mich dann doch für die Folgebände hoffen, dass sie ein wenig sympathischer wird.

Bei ihrem Vater angekommen versucht sie sich dann in seinen Lifestyle und sein Leben einzufügen. Für mich war das größtenteils jedoch eher langweilig, da ich den Partys, denen Jessie beiwohnte nichts abgewinnen konnte und auch so nichts außergewöhnliches passierte. Dabei hatte ich sehr gehofft, dass es durch den im Klappentext angekündigten „holprigen“ Start zu dem ein oder anderen amüsanten Schlagabtausch kommen würde. Aber leider war für mich alles nur zu viel Glitzer und Glamour. Auch Jessie scheint da nicht wirklich hineinzupassen. Jedoch reflektiert sie kaum darüber, denn in ihren Gedanken herrschen nur zwei Dinge vor: sie möchte allen von ihrem berühmten Vater erzählen und mit Jungs rumknutschen.

Denn ja, auch zwei potenzielle Liebeskandidaten tauchen in der Geschichte auf: Jack und Tom. Für mich blieben beide jedoch sehr unscheinbar. Sie waren Randfiguren, die ich kaum wahrgenommen hätte, wenn Jessie sie nicht hätte küssen wollen. Auch Jessies leiblicher Vater sowie dessen Familie waren eher Nebencharaktere, die ich kaum kennen lernen konnte. Lediglich ihr Stiefvater konnte mein Herz erobern, da er stets um Jessie besorgt war und immer ihr Wohl im Blick hatte.

Fazit
Leider konnte mich die Geschichte nicht von sich überzeugen, da meiner Meinung nach nichts Spannendes passiert ist: hier wird eine Party nach der anderen gefeiert, unkontrollierter Alkoholkonsum als normal dargestellt und die Figuren blieben – bis auf Stiefvater Stu – auch entweder sehr oberflächlich oder waren einfach unsympathisch. Ich hätte mir gewünscht, dass es mehr zwischen Jessie und ihrem leiblichen Vater knistert und kriselt, damit der Geschichte etwas Würze verliehen wird. Auch hinsichtlich der sich anbahnenden Liebesgeschichte fehlt eindeutig das Salz in der Suppe, da hier keine echten Gefühle aufkamen. Vor allem hinsichtlich des Titels „Das verrückte Leben der Jessie Jefferson“ fragte ich mich doch immer wieder: wo bleibt das Verrückte an dieser Geschichte?
2 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
1. Das verrückte Leben der Jessie Jefferson
2. Das wilde Leben der Jessie Jefferson (erscheint am 1. Dezember 2016 auf Deutsch)
3. All about the Hype (erscheint auf Englisch am 28. Juli 2016)

Kommentare:

  1. Hallo Laura,

    oh je dieses Buch ist bei dir wirklich nicht gut weggekommen, aber ich habe jetzt schon einige Rezensionen gelesen, in den der starke, gedankenlose Alkoholkonsum negativ benannt worden ist, zurecht. Ich muss sagen, dass ich die Idee vom Rockstar Vater, ganz interessant gefunden habe, aber so wie du die Umsetzung beschreibst, hätte ich wohl auch keinen Spaß daran. Schade eigentlich.
    Liebe Grüße Cindy

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    1. Hi Cindy!

      Ich habe auch später noch herausgefunden, dass dieses Buch (oder diese Reihe) eine Art Spin Off Reihe zu einer anderen Reihe der Autorin ist, in der der Vater der Protagonist ist. Dieses Spin Off soll allerdings für die jugendlichen Leser sein. Ich finde, dass es gerade dann, wenn es für die Jugendlichen sein soll, nicht den Alkohol so verherrlichen sollte.

      Liebe Grüße
      Laura

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