12. August 2016

[Rezension] - Der Tag, an dem wir verschwanden (Lucy Robinson)






Verlag: INK Verlag
Übersetzt von: Sonja Fehling
Reihe: Einzelband
Einband: broschiert
Seitenanzahl: 512
Altersempfehlung: ab 14
Preis: 14.99 € [D]
ISBN: 978-3-86396-089-6
Bildquelle: © INK Verlag






Klappentext

"Annie hat ein Geheimnis. So herzzerreißend, dass sie es lieber für sich behält. Doch sie ist nicht daran zerbrochen – noch nicht ganz zumindest. Und erst recht nicht jetzt, nachdem sie nun endlich jemanden getroffen, der entschlossen ist, ihr neue Hoffnung zu geben. Jemanden, der sie liebt und dem sie vertrauen kann. Auch Kate hat ein Geheimnis. Und eine Vergangenheit, die sie nur allzu gerne hinter sich lassen würde. Doch es ist schwer, neu anzufangen, wenn einem eine Person nicht mehr aus dem Kopf gehen will …“ (Quelle: https://www.luebbe.de/lyx)

Gestaltung
An dem Cover gefällt mir besonders gut die Idee, dass es so aussieht als seien zwei Welten gespiegelt worden. Betrachtet man die obere Bildhälfte sieht man London sowie eine Frauenfigur, die durch die Stadt läuft und dreht man das Buch, so kann man dasselbe Motiv, nur dass die Stadt sich verändert hat, die Frau etwas anders aussieht und sie an einem anderen Punkt steht. So werden die beiden Hauptfiguren Annie und Kate auf dem Cover widergespiegelt, was ich eine tolle Idee finde. Auch die Farben passen sehr gut zueinander und die Typografie des Titels gefällt mir auch sehr gut.

Meine Meinung
Der Klappentext verrät zunächst nicht viel über dieses Buch – und das ist auch gut so! So konnte ich mich ohne große Erwartungen auf Entdeckungsreise begeben und mich von „Der Tag, an dem wir verschwanden“ überraschen lassen. Nach den wirklich grob umrissenen Informationen zur Handlung war ich sehr gespannt, um was es genau in dieser Geschichte gehen würde. Einzig die Vermutung, dass die beiden Protagonistinnen Annie und Kate in irgendeiner Weise miteinander zusammenhängen, begleitete mich nach dem Lesen des Klappentextes. Aber abgesehen davon, tappte ich komplett im Dunkeln.

So war ich überrascht, als ich hier eine komplexe, tiefgründige Geschichte über Angst, Selbstfindung und Liebe antraf. Gerade mit dem Aspekt der Liebe hatte ich nicht gerechnet. Annie, die schlimme Erlebnisse zu verarbeiten hat und seitdem unter schlimmen Ängsten leidet, verliebt sich in ihren Chef. Auch Kate, die versucht ein neues Leben zu beginnen, bandelt mit dem Besitzer des Reitstalls an, in dem sie arbeitet. Ich begleitete Annie und Kate durch ihre komplett unterschiedlichen Leben und fragte mich stets wie diese beiden Figuren zusammenhängen, wann sich ihre Wege kreuzen würden. An dieser Stelle möchte ich gar nicht mehr verraten, denn das muss jeder Leser selber herausfinden…aber soviel sei gesagt: das Buch steckt voller Überraschungen und vieles kommt anders, als Gedacht!

Gerade das letzte Drittel hat mich wirklich erstaunt zurückgelassen. Ich habe all meine Gedanken und Vermutungen immer wieder revidieren müssen, da mich doch die ein oder andere Entwicklung kalt erwischt und überrascht hat. Manche Dinge, gerade hinsichtlich der Liebesbeziehungen der beiden Hauptfiguren, waren jedoch auch recht vorhersehbar und typisch. Auf der einen Seite haben wir die Liebe, die nicht sein darf, weil der Mann bereits eine Ehefrau hat. Die verbotene Liebe, die getränkt ist von Sehnsucht. Auf der anderen Seite steht die intensive Liebe einer Frau, die trotz all ihrer Ängste ihren Chef liebt. Doch die Freunde sind skeptisch und trauen der Sache nicht.

Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive. Dabei wechselt diese kapitelweise zwischen Annie und Kate. Wer die jeweilige Erzählerin ist wird dem Leser an jedem Kapitelanfang deutlichgemacht, da dort der Name der aktuellen Erzählerin abgebildet wird. Auch an der Handlung merkt man natürlich, welche der beiden Frauen gerade erzählt. Dennoch fand ich, dass die Erzählweisen einander sehr ähnlich waren, weswegen es mir manchmal schwer fiel, die Figuren auseinander zu halten. Ich musste schon sehr aufpassen beim Lesen.

Insgesamt fordert die Geschichte viel Konzentration und Aufmerksamkeit. Beim Lesen wird man gefordert, da es mit der Zeit viele Figuren werden. Durch die verschiedenen Leben der beiden Protagonistinnen gehören natürlich bestimmte Figuren stets nur zu einer der beiden Hauptfiguren. So muss man sich einen Überblick bewahren, welcher Charakter bei wem eine Rolle spielt, wer wer ist und was jeweils bei Annie oder Kate als letztes geschehen ist. Da die Erzählweisen, wie bereits erwähnt, einander sehr ähneln, war es für mich manchmal schwer, den Überblick zu behalten. Ich musste mit großer Konzentration lesen und konnte nicht immer entspannt abschalten, da ich Angst hatte, sonst etwas Wichtiges zu übersehen. Darum würde ich dieses Buch auch nicht zu jungen Lesern empfehlen, sondern etwas Älteren.

Fazit
„Der Tag, an dem wir verschwanden“ ist eine komplexe Geschichte über zwei Frauen, deren Leben miteinander verbunden sind und hinter dessen Geheimnisse der Leser nur nach und nach kommt. Das Lesen erfordert viel Aufmerksamkeit und ist trotz der wirklich tollen Überraschungen, die die Handlung bereithält, deswegen manchmal etwas anstrengend. Erzählt wird es aus den Perspektiven von Annie und Kate, wobei sich ihre Art zu erzählen sehr ähnelte.
Gute 3 von 5 Sternen!

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Einzelband

Kommentare:

  1. Bei mir liegt das Buch noch auf dem SuB. Werde es aber demnächst lesen (: Bin schon gespannt!

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    1. Huhu!

      Ich hoffe, das Buch gefällt dir, wenn du es dann liest :)

      Liebe Grüße
      Laura

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