1. April 2017

[Rezension] - Für immer ein Teil von mir (Michelle Andreani, Mindi Scott)






Verlag: Harper Collins Verlag
Übersetzt von: Henriette Zeltner
Reihe: Einzelband
Einband: broschiert
Seitenanzahl: 368
Altersempfehlung: ab 14
Preis: 17.00 € [D]
ISBN: 978-3-959-67069-2
Bildquelle: © Harper Collins Verlag






Klappentext
"182 Tage ohne sie! Seit dem Tod ihrer besten Freundin Ashlyn ist Cloudys Welt leer und einsam. Auch Kyle verliert sich in seiner unendlichen Trauer. Er wäre der Einzige, mit dem Cloudy über ihren Verlust sprechen könnte, doch zwischen ihnen ist etwas geschehen, über das sie für immer schweigen wollten. Dennoch begleitet Kyle sie, als Cloudy beschließt, die drei Menschen aufsuchen, die durch Ashlyns Organspende gerettet wurden. Ein Abschied, aber vielleicht auch ein Neuanfang?“ (Quelle: www.harpercollins.de)

Gestaltung
Das Covermotiv gefällt mir richtig gut, denn ich mag vor allem die Farben und den Hintergrund sehr gerne. Der Himmel sieht mit seinen Blau- und Rosatönen richtig toll aus und das Herz aus dunkelrotem Band, auf dem der Buchtitel steht, ist eine sehr coole Idee, die ich so bisher noch nicht gesehen habe. Die Straße am unteren Bildrand passt zudem super zur Geschichte, denn dieses Buch ist ein ganz besonderer Roadtrip!

Meine Meinung
Der Klappentext von „Für immer ein Teil von mir“ klang schon sehr berührend und die Gestaltung hatte mich bereits überzeugt: das ist ein Buch das ich lesen muss! Die Geschichte ist ein Roadtrip der besonderen Art: Protagonistin Cloudy möchte die Menschen aufsuchen, deren Leben durch ein Organ ihrer bei einem Unfall verstorbenen, besten Freundin Ashlyn gerettet wurde. Begleitet wird Cloudy dabei von Kyle, dem Freund von Ashlyn. Dieser Roadtrip ist einerseits eine Trauerbewältigung für die beiden, andererseits steht zwischen ihnen eine unsichtbare Mauer aus komplizierten Gefühlen, die alles nur noch komplizierter und schwieriger macht…

Ich habe von „Für immer ein Teil von mir“ ehrlich gesagt erwartet, dass es mir beim Lesen Herzschmerz bereiten, mich den Tränen nahe bringen und mich berühren würde. Leider muss ich sagen, dass das Autorinnenduo hier großes Potenzial verschenkt hat. Die Treffen mit den Organempfängern waren eher kurz angebunden und vor allem die ersten beiden Begegnungen haben mich hier eher erstaunt die Stirn runzeln lassen. Ich hatte damit gerechnet, dass sie zumindest richtig miteinander reden würden, aber das ist nicht wirklich passiert. Das letzte Treffen war da schon näher an meinen Erwartungen. Die Begegnung mit der Empfängerin von Ashlyns Herz hat mir auch eindeutig am besten gefallen, auch wenn ich doch beim Lesen gemerkt habe, dass die Autorinnen den Fokus der Geschichte auf andere Aspekte gelegt haben.

So stand beispielsweise die Romanze viel mehr im Mittelpunkt als ich gedacht hätte. Wäre die Balance zwischen der Trauerverarbeitung und der zarten, aufkeimenden Beziehung ausgeglichener gewesen, so wäre ich mit dem Buch wirklich glücklich gewesen. Mir hat es zwar gut gefallen, wie Kyle und Cloudy wieder zueinander gefunden haben. Dies passiert nämlich ganz sanft und leise, vorsichtig nahezu. Das passte für mich hervorragend zur Situation, in welcher sich die beiden Charaktere befunden haben. Sie nähern sich nach und nach einander an und es wurde nichts überstürzt. Allerdings fehlte doch etwas der Tiefgang, den ich durch die „Mission“ des Roadtrips erwartet habe. Hätten Cloudy und Kyle noch etwas mehr mit den anderen Figuren (vorrangig den Empfängern) interagiert und tiefgründige Anmerkungen über ihre Reise und den damit verbundenen Abschied gemacht, wäre es perfekt gewesen.

Die Gefühle der Figuren wurden vor allem von Cloudy getragen, denn ihr merkte ich ihre Gefühle wirklich an. Sie war zutiefst getroffen vom Tod ihrer besten Freundin und wollte Abschied nehmen und ihre Trauer verarbeiten. Kyles Gefühle wurden auch beschrieben, allerdings habe ich Cloudys Emotionen intensiver wahrgenommen. Doch da, wie bereits gesagt, die Treffen mit den Empfängern recht kurz gehalten waren, fehlte hier einfach die Tiefe, die die Gefühle der Figuren hätten vermitteln können. An einem gewissen Punkt im Buch hatte ich einfach den Eindruck, als würden Ashlyn und die mit ihr verbundene Trauer sowie das Abschiednehmen in den Hintergrund rücken.

Fazit
Ich habe mehr Tiefgründigkeit von „Für immer ein Teil von mir“ erwartet, denn gerade die Treffen mit den Organempfängern waren für mich etwas zu kurz. So rückten meiner Meinung nach das Abschiednehmen und die Trauerverarbeitung zu sehr in den Hintergrund. Mir hat aber gut gefallen, wie sich die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten entwickelt, denn dies geschah passend zur Situation: ganz vorsichtig und behutsam.
Gute 3 von 5 Sternen!

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Einzelband

Kommentare:

  1. Hallo Laura,

    eine sehr schöne Rezi :) und vor allem vielen Dank fürs Neugierig-Machen. Irgendwie ist mir das Buch noch gar nicht aufgefallen, deswegen bin ich ganz froh, dass ich darüber gerade gestolpert bin.

    Du hast mich mit deiner Rezi echt überzeugt, auch wenn es dir leider nicht so gut gefiel und deine Erwartungen etwas höher waren. Das Buch wandert definitiv auf meine WuLi :)

    Liebe Grüße,
    Caterina

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    Antworten
    1. Huhu liebe Cata!

      Dankeschön! Das freut mich doch sehr, dass ich dich neugierig machen konnte :) Ich habe wohl einfach gedacht, dass es mehr um die Verarbeitung des Verlustes gehen würde als um die Liebesbeziehung (oder dass beides gleichgewichtet sein würde), aber wenn man ohne Erwartungen heran geht, ist es sicher ein super tolles Buch! :) Ich hoffe, dass es dich dann überzeugen kann, wenn es mal bei dir einzieht :)

      Liebe Grüße
      Laura

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  2. Huhu Laura-Herzi,

    es ist wirklich sehr schade, dass der Fokus mehr auf der Beziehung als auf den Treffen mit den Empfängern gelegt wurde, das hätte ich garantiert auch zu bemängeln. Die Geschichte an sich klingt aber echt gut, auch wenn sie nicht völlig neu ist. Ich werde das Buch, auch bedingt durch deine Kritikpunkte, allerdings nicht lesen.

    Liebste Grüße,
    Ally <3

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    1. Hi Allymaus!

      Ja, gerade nachdem es im Klappentext doch so klingt, als würden die Treffen wichtig sein für die Verarbeitung der Trauer. Ich habe da eindeutig zumindest etwas längere Gespräche erwartet..

      Liebe Grüße
      Laura

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