1. September 2014

[Rezension] - Was wir auch tun (Marie Lucas)






Verlag: FJB Verlag
Übersetzt von: -
Reihe: Einzelband
Einband: gebunden
Seitenanzahl: 496
Altersempfehlung: ab 14
Preis: 16.99 € [D]
ISBN: 978-3-8414-2215-6
Bildquelle: © FJB Verlag






Klappentext
„Die 16-jährige Robin ist daran gewöhnt, ihren Willen durchzusetzen. Sie stammt aus einem gut behüteten Elternhaus, in ihrer Klasse ist sie beliebt und bei den Jungen gilt sie als unnahbar. Umso erstaunter sind alle, als sie eines Tages mit dem Außenseiter und notorischen Schulschwänzer Alex zusammenkommt. Alex sieht auf eine dunkle, geheimnisvolle Art gut aus. Er ist cool, und trotzdem ist etwas Brutales an ihm, etwas Abschreckendes, daher ist er nicht gerade beliebt. Anfänglich gefällt Robin die schweigsame, undurchdringliche Art von Alex. Doch je länger sie ihn kennt, je mehr sie ihn wirklich mag, desto mehr stört es sie, ihm nicht näherzukommen.

Nur Jasper, Robins Exfreund, scheint plötzlich mehr über ihn zu wissen. Er lässt immer öfter Andeutungen fallen und macht seltsame Anspielungen. Schließlich bedrängt er Alex:
Jasper zwingt ihn zu einem Deal: Einen Abend mit Robin - im Austausch dafür, dass er niemandem Alex` gefährliches Geheimnis verrät.
Es wird ein Abend, der jeden der drei an ihre Grenzen führt. Ein Abend, der eine Spirale an Misstrauen und Verdächtigungen in Gang setzt, die in einer Katastrophe endet …“

Gestaltung
Das Cover von „Was wir auch tun“ ist ein Besonderes und sticht aus der Menge heraus. Die unterschiedlichen Grautöne und das Schwarz lassen den pinken Titel und die kleinen pinken Blätter besonders gut zur Geltung kommen. Schön finde ich auch, dass dieses Cover dem anderen Roman von Marie Lucas „Zwischen Ewig und Jetzt“ ähnelt, sodass man gleich erkennt, dass beide Romane von ein und derselben Autorin stammen.

Meine Meinung
„Was wir auch tun“ ist im Präsens geschrieben, wobei die Perspektive zwischen den drei Hauptfiguren Robin, Alex und Jasper immer wechselt. Die Perspektivwechsel werden jedoch nicht aus der Ich-Perspektive berichtet, sondern in der 3. Person. Dadurch lernt der Leser alle drei Figuren, deren Umfeld, Ansichten und Gedanken sowie Gefühle näher kennen. Schön fand ich es, dass man sich so ein eigenes Bild von den Charakteren erschaffen konnte, da auch ein wenig Freiraum für eigene Gedanken bestand.

Als ich den Roman begonnen habe zu lesen, musste ich mich jedoch zunächst ein wenig in das Buch „einfinden“. Der Schreibstil von Marie Lucas war für mich zunächst ungewohnt, da sie in sehr kurzen Sätzen schreibt, die oft auch ohne Artikel beginnen. Hat man sich jedoch erstmal daran gewöhnt, lässt sich „Was wir auch tun“ schnell und angenehm lesen.

Die Figuren waren mir alle auf eine gewisse Weise sympathisch, allerdings muss ich sagen, dass mir eine Nebenfigur mehr ans Herz gewachsen ist, als die Protagonisten. Die aus gutem Hause stammende Robin verliebt sich mit der Zeit in den mit Gewalt und in einer Hooligan-Gruppe aufgewachsenen Alex, der sie, trotz Schuldgefühlen, ebenfalls liebt. Robins Exfreund Jasper hingegen ist der „Störfaktor“ der sich anbahnenden Liebesbeziehung. Er kann seine Freundin nicht ziehen lassen und mischt sich in das Geschehen ein. Besonders gut gefallen hat mir die Vielschichtigkeit der Figuren. Sie ließen sich nicht einfach in eine Schublade einordnen, man konnte nicht von vornherein sagen, wer gut oder böse ist.

Zwischen diesen drei Figuren gibt es im Verlauf der Handlung ein ständiges Hin und Her. Zuerst ist Robin mit Alex zusammen, dann wieder nicht, dann wieder doch, dann wieder nicht… Zwischenzeitlich schläft sie fast mit Jasper und ist sich ihrer Gefühle für ihn nie sicher, während er immer noch fest an die Liebe zwischen ihnen beiden glaubt. Für meinen Geschmack ist es zwischen den dreien ein wenig zu oft hin und her gegangen, sodass es irgendwann einfach schwierig wurde, ihnen zu folgen und noch klar trennen zu können, was eigentlich genau passiert. Als Leser verliert man ein wenig den Überblick und wartet eigentlich nur noch darauf, dass etwas Größeres (irgendeine Handlung oder Situation, die „das Fass zum überlaufen bringt“) passiert. Schön war an diesem Aspekt jedoch, dass die Liebesbeziehung zwischen Alex und Robin wirklich realistisch war, sich langsam angebahnt hat und nicht sofort alles „Friede Freude Eierkuchen“ war.

Lichtblick in dem ganzen Durcheinander war Jaspers bester Freund Hannes, der wie Jasper und Robin aus gutem Hause kommt. Eine wirklich sehr sympathische Nebenfigur. Er versprühte die ganze Zeit über Witz und Charme und sorgte so dafür, dass er mir besonders ans Herz gewachsen ist. Spannend war auch mitzuerleben, wie er erkennt, dass die Vorurteile Alex gegenüber, welcher aus der Hooligan Szene kommt und mit Gewalt sowie Schlägereien aufgewachsen ist, falsch sind. Die Annäherung zwischen Hannes und dem ihm fremden Milieu hat die unterschiedlichsten Aspekte über Hooligans und den Umgang mit Aggressionen näher beleuchtet und verdeutlicht, dass man auch mal „über den Tellerrand“ blicken sollte.

Spannend war auch dass im Prolog ein Feuer beschrieben wird, welches im späteren Handlungsverlauf wieder aufgegriffen wird. So schwebt der Prolog als düstere Vorahnung die ganze Zeit beim Lesen über der Handlung und man liest gespannt weiter, um herauszufinden, was es mit dem Brand auf sich hat.

Das Ende war meiner Meinung nach etwas zu schnell und zu einfach. Es gibt ein Happy End, so viel verrate ich, aber es passiert einfach nicht viel „Großes“ am Ende. Während der Lektüre hat sich bei mir die Erwartung eingeschlichen, dass es am Ende einen „großen Knall“ gibt, eine dramatische Wendung oder generell mehr Drama. Aber es wird alles auf ein paar Seiten gelöst und danach ist dann alles wieder gut, was meiner Meinung nach nicht so zu den in mir (durch die Handlung) geweckten Erwartungen passen wollte.

Fazit
Eine schöne und vor allem realistische Liebesgeschichte mit bunten, vielschichtigen Charakteren. Als Leser kann man die Figuren nicht einfach in bestimmte Schubladen stecken, da man von ihnen immer wieder überrascht wird. Allerdings gibt es zwischen den Protagonisten ein wenig zu viel „Hin und Her“, während dann am Ende alles zu einfach und zu schnell gelöst wird, damit es ein Happy End geben kann.
Daher gibt es gute 3 von 5 Sternen!

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