23. Juni 2017

[Rezension] - Winterseele - Kissed by Fear (Kelsey Sutton)






Verlag: Ravensburger Verlag
Übersetzt von: Ursula Held
Reihe: Einzelband
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 352
Altersempfehlung: ab 14
Preis: 12.99 € [D]
ISBN: 978-3-4735-8508-3
Bildquelle: © Ravensburger Verlag






Klappentext
"Niemand weiß, dass Elizabeth Caldwell die Gabe besitzt, Gefühle in menschlicher Gestalt zu sehen. Sehnsucht, Mitleid, Wut - sie alle halten sich von Elizabeth fern, denn sie zeigt als einzige Sterbliche keine Reaktion auf ihre Berührung. Allein der Angst und Schrecken verbreitende Fear wird bei ihr schwach. Er ist besessen davon herauszufinden, welche Macht Elizabeth zu dem gemacht hat, was sie ist ...“ (Quelle: www.ravensburger.de)

Gestaltung
Am meisten mag ich an diesem Cover, dass der Titel und die Schmetterlinge in rotmetallic schimmern und so direkt den Blick auf sich ziehen. Auch dass sich das Kleid des Mädchens nach hinten hin aufzulösen scheint, sieht richtig toll aus. Zudem mag ich den Hintergrund mit den vielen verschiedenen Lichtpunkten und Farben sehr gerne. Schade finde ich, dass das Gesicht des Mädchens so dunkel und schwer zu erkennen ist.

Meine Meinung
„Winterseele – Kissed by Fear“ ist mir bereits im englischen Original aufgrund des sehr besonders klingenden Klappentextes ins Auge gesprungen. Darum war ich sehr erfreut, diese Geschichte nun endlich auf Deutsch lesen zu können, da ich mir aufgrund der recht ausgefallenen Idee des Buches nicht ganz sicher war, ob ich auf Englisch nicht aufgrund der personifizierten Emotionen zu schnell verwirrt werden würde. Dies ist nämlich ein wichtiger und kreativer Handlungszweig der Geschichte: die vielen verschiedenen Gefühle nehmen in diesem Buch Menschengestalt an.

Diese Grundidee hat mir richtig gut gefallen, denn sie war innovativ und neuartig. Gefühle, die zum Leben erwachen, sind mir bisher noch nicht begegnet. Leider hat die Autorin dieses großartige Potenzial etwas verschenkt, denn sie hat den Weltentwurf nicht ganz ausgearbeitet. Vieles wurde angeschnitten und nicht näher beleuchtet, was ich sehr schade fand, da ich gerne mehr über die Hintergründe erfahren hätte. Die Erklärungen zur Welt der Emotionen fehlten mir persönlich etwas bzw. es blieb zu ungenau und unklar. Schade, dass eine so ausgefallene, coole Idee so blass geblieben ist.

Auch empfand ich die Menge an traurigen Schicksalen, die die Protagonistin Elizabeth ereilt haben, als zu übertrieben. Sie war mit so vielen negativen Entwicklungen und Geschehnissen versehen, dass es für mich den Eindruck erweckt hat, als wolle die Autorin unbedingt alles schwere Schicksal der Welt auf Elizabeths Schultern bürden, damit der Leser auf jeden Fall Mitgefühl mit ihr empfindet. Realistisch war es für mich aber nicht, denn so viel Negatives, Trauriges auf einmal halte ich dann doch für sehr unwahrscheinlich.

Elizabeth betont zudem stets, dass sie nichts fühlt bzw. keinerlei Emotion verspürt, aber irgendwie konnte ich das angesichts der gerade erwähnten, traurigen Schicksale dann doch nicht so ganz glauben. Ich habe zwar selber für mich plausible Erklärungen erstellen können, aber aus dem Text ging nicht klar hervor, ob sie denn nun wirklich nichts fühlt oder dies nur als Schutzmechanismus behauptet, denn so wie es beim Lesen auf mich den Anschein hatte, hat Elizabeth schon das ein oder andere Mal etwas gefühlt (sodass es mir nicht ganz schlüssig und konsequent erschien).

Als positiv empfand ich das Ende, welches eine Überraschung bzw. einen interessanten Plot-Twist bereit hielt, der nicht abzusehen war. Es war auch nicht zu sehr Happy End, sodass es mich zufrieden gestellt hat und (abgesehen von den Erklärungen zum Weltentwurf) keine Fragen offen ließ. Gut fand ich auch, dass der männliche Protagonist, die Verkörperung des Gefühls Angst, seinen englischen Namen Fear beibehalten hat, denn es wäre doch etwas seltsam gewesen, wenn er „Angst“ geheißen hätte.

Fazit
Die Idee von „Winterseele – Kissed by Fear“ fand ich wirklich spannend und neuartig, denn Personifizierte Gefühle sind mir in einem Buch bisher noch nicht untergekommen. Allerdings hätte die Autorin diese Welt etwas genauer erklären und mehr Hintergrundinformationen geben können, denn so blieb es mir zu blass. Auch empfand ich all die traurigen Schicksale, die sich bei den wenigen Figuren gehäuft haben, übertrieben und zu viel. Was mir hingegen gefallen hat war das Ende, welches einen packenden Plot-Twist bereit hält und so nochmal die gesamte Geschichte über den Haufen wirft.
Knappe 3 von 5 Sternen!

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Einzelband

Kommentare:

  1. Hallöchen :)

    Oh schade, dass die Welt nicht entsprechend ausgearbeitet wurde :( Sowas nervt mich in Büchern immer enorm, ich brauche einfach ein solides Grundgerüst, damit die restliche Story glaubhaft bleibt. Dabei finde ich die Idee quasi mit Allegorien zu arbeiten wirklich toll. Erinnert mich irgendwie ans Theater :D Da treten ja auch ständig Personifikationen auf. Echt schade wenn die Umsetzung nicht so glänzt.

    Liebe Grüße!

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    1. Hi Misty!

      Ein Grundgerüst hatte die Story schon, aber es war hier so einzigartig und ausgefallen, dass es schön gewesen wäre, wenn es etwas genauer geschildert worden wäre.

      Liebe Grüße
      Laura

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  2. Hallo Lauralein, <3

    auf das Ende hast du mich jetzt wirklich neugierig gemacht. Auch die Idee kling gut, allerdings schreckt mich der Rest doch eher ab. Ich denke, das ist nicht unbedingt ein Buch für mich. Trotzdem danke für deine tolle Rezi. :-*

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Hi Sandrachen! <3

      Gerne ;) ich glaube, Cindy hatte das Buch ziemlich gut gefallen. Da sieht man mal wieder wie unterschiedlich die Geschmäcker sind.

      Liebe Grüße
      Laura

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  3. Hallöchen Lauri, <3

    sehr, sehr schade, dass diese so genial klingende Idee doch nur so mittelmäßig umgesetzt wurde :(. Auch die Inkonsequenz in Bezug auf die Gefühle finde ich schade.

    Deine Rezi ist aber wie immer ganz toll geschrieben.

    Drück dich,
    Ally

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