9. September 2016

[Rezension] - Elanus (Ursula Poznanski)






Verlag: Loewe Verlag
Übersetzt von: -
Reihe: Einzelband
Einband: broschiert
Seitenanzahl: 416
Altersempfehlung: ab 14
Preis: 14.95 € [D]
ISBN: 978-3-7855-8231-2
Bildquelle: © Loewe Verlag






Klappentext
"Es ist klein. Es ist leise. Es sieht alles.

Jona ist siebzehn und seinen Altersgenossen ein ganzes Stück voraus, was Intelligenz und Auffassungsgabe betrifft. Allerdings ist er auch sehr talentiert darin, sich bei anderen unbeliebt zu machen und anzuecken. Auf die hervorgerufene Ablehnung reagiert Jonas auf ganz eigene Weise: Er lässt sein privates Forschungsobjekt auf seine Neider los: eine Drohne. Klein, leise, mit einer hervorragenden Kamera ausgestattet und imstande, jede Person aufzuspüren, über deren Handynummer Jona verfügt. Mit dem, was er auf diese Weise zu sehen bekommt, kann er sich zur Wehr setzen gegen Spott und Häme. Doch dann erfährt er etwas, das besser unentdeckt geblieben wäre, und plötzlich schwebt er in tödlicher Gefahr.“ (Quelle: www.loewe-verlag.de)

Gestaltung
Der Kreis auf dem Cover, der eine Drohne symbolisieren könnte, sieht aus wie ein Auge, was so richtig gut zur Geschichte, in der es um Überwachung geht, passt. Besonders toll finde ich, dass man den Kreis fühlen kann, denn er ist mit Spotlack versehen und hervor gehoben. Es fühlte sich richtig cool an. Auch die Schrift des Titels glänzt, während der Rest des Covers sich wie normales Papier anfühlt. Mir gefallen vor allem auch die Farbgebung (es sieht richtig unheimlich aus, dass über dem gelben Kreis oben, das Grün dunkler ist!) und die Schlichtheit des Covers, da es so hervorsticht und sehr erwachsen wirkt.

Meine Meinung
„Elanus“ ist der neue Thriller für Jugendliche von Erfolgsautorin Ursula Poznanski. Nachdem ich von ihr bereits „Layers“ gelesen habe und mir ihr flüssiger Schreibstil sehr gut gefallen hat, musste ich natürlich auch zu „Elanus“ greifen. In ihrem neuen Buch geht es um den Protagonisten Jona, der mit seinen gerademal 17 Jahren, ein Stipendium für eine Eliteuni bekommen hat. Er lebt bei einer Gastfamilie, den Helmreichs. Jona hat neben seinem Faible für Mathematik und Technik ein außergewöhnliches Hobby: er hat eine Drohne gebaut sowie eine dazugehörige App programmiert, mit der er ganz einfach Leute ausspionieren kann. Alles was er dazu braucht ist die Handynummer und eine Antwort auf eine SMS von ihm. Schon kann er Elanus – so der Name seiner Drohne – losschicken. Doch Jona ahnt nicht, was er mit seinen nächtlichen Drohnen-Streifzügen lostritt.

Auch in „Elanus“ kann Ursula Poznanski wieder durch ihren unvergleichlichen Schreibstil, der einen unglaublichen Sog auf die Leser ausübt, überzeugen. Die Sätze sind weder verschachtelt, noch zu kurz, sondern genau richtig und sind dabei aufgrund der für Jugendliche angemessenen Wortwahl leicht zu lesen. Die Augen fliegen geradezu über die Zeilen. Dazu trägt auch die spannende Handlung bei, die nach Jonas erstem Drohnenflug so richtig Fahrt aufnimmt. Es war sehr aufregend zu verfolgen, wie Jona sich durch seine Neugier immer tiefer in Schwierigkeiten begibt und sich dessen nur langsam bewusst wird. Durch seine Drohne wird Jona Zeuge verschiedener Gespräche und Geschehnisse, die zunächst nicht zusammenzuhängen scheinen, doch je weiter die Geschichte fortschreitet, desto ersichtlicher werden die Verbindungen der verschiedenen Menschen, die Jona beobachtet und mit denen er zu tun hat.

So spannend die Verknüpfungen, Jonas steigende Unruhe und die Überlegungen um die Zusammenhänge auch waren, so war für mich dennoch schon sehr früh in der Geschichte klar, was Sache war. Ich möchte an dieser Stelle gar nicht zu viel verraten, damit jeder seine eigenen Vermutungen aufstellen und den Sog der Geschichte genießen kann, aber ich habe schon recht früh geahnt, wohin sich die Geschichte entwickeln würde. Wer genau alles in „der Sache“ mit drin steckte, konnte ich zwar nicht im ganzen Ausmaß erahnen, aber das, was geschehen war, konnte ich mir zusammenreimen. Manche Verbindungen, die Jona angedeutet, aber deren Gedankengänge er nicht weiter verfolgt hat, waren für mich offensichtlich, sodass ich am Ende nicht sonderlich überrascht war, sondern nur in meinen vorausgeahnten Vermutungen bestätigt wurde.

Nichtsdestotrotz war das Ende sehr spannend, da es einem kleinen Showdown glich. Hier hat die Autorin nochmals ziemlich gefährliche Situationen für den Protagonisten eingebaut, die mich das Ende sehr schnell haben verschlingen lassen und die mich um Jona haben bangen lassen. Ich hatte das Gefühl, als wäre das Ende viel zu schnell gekommen und vorbei gegangen. Seitenlang habe ich verschiedene Drohnenflüge, Jonas Überlegungen und Vermutungen sowie Nachforschungen verfolgt, mitgerätselt, mitgefiebert und dann fielen alle Puzzleteile zusammen. Das war sehr aufregend.

Jedoch gab es zwischendrin auch manchmal einige Spannungstiefs, die mich nicht ganz so an die Seiten gefesselt haben, wie der Rest der Geschichte. So war es beispielsweise gerade in der Romanmitte etwas monoton, wenn Jona stets zur Uni ging, dann wieder spätabends/nachts seine Drohne fliegen lies, dann wieder zur Uni ging, dann wieder die Drohne fliegen lies… Die Entdeckungen bei den Flügen waren meist zwar spannend, aber irgendwann fühlte es sich an wie ein Alltagstrott.

Jona war allerdings ein sehr spannender Charakter. Gerade zu Beginn hat er mich mit seinen trockenen Sprüchen, seiner Arroganz, seiner leichten Genervtheit von den anderen und seinem Sarkasmus oft zum Lachen gebracht. Er hatte wirklich passende Retourkutschen für die anderen parat und keinen Hehl daraus gemacht, dass alle Welt ihn für sozialunverträglich hielt. Dies wurde zwar im Verlauf der Handlung etwas weniger, da Jona eine Entwicklung vollzieht, aber dennoch kam seine sarkastische Ader immer mal wieder zum Vorschein. Jonas Entwicklung fand ich dabei sehr beeindruckend. Vom arroganten, überheblichen und selbstbewussten Genie wird er zu einem für seine Verhältnisse fürsorglichem jungen Mann, der Freunde findet sowie auf diese vertraut und sich auch eingesteht, dass er nicht unfehlbar ist.

Fazit
„Elanus“ ist ein toller, spannender und packender Jugendthriller aus der Feder von Ursula Poznanski, der mich vor allem durch seinen grandiosen Protagonisten überzeugen kann. Jona ist sarkastisch sowie klug und wird vom arroganten Klugscheißer zu einem auf sein Umfeld bedachtem, jungem Mann. Einziger Kritikpunkt ist, dass die Handlung zwischendurch etwas monoton war und es für mich recht vorhersehbar war, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde.
4 von 5 Punkten

Reihen-Infos
Einzelband

Kommentare:

  1. Guten Morgen, liebe Laura - oder fast Mahlzeit!

    Wieso weißt du immer alles??? Das kann doch gar nicht sein ;) Ich zerbrech mir stundenlang den Kopf über eine Geschichte und du hast es schon wieder geahnt. Das geht ja nicht mir rechten Dingen zu *lach* Wahrscheinlich ist meine Aufmerksamkeitsspanne abends nicht mehr die beste ;)
    Eine schöne Rezi mal wieder. Das Monotone zwischendurch fiel mir auch auf. Und Jona polarisiert ja echt bei jedem:D

    LG und ein schönes Wochenende,
    Claudia:)

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    1. Guten Mittag Claudia! (jetzt um 12 Uhr kann man das ja sagen :) )

      Ich musste gerade lachen. Das ist wirklich eine gute Frage! Ich denke, ich habe eine gute Spürnase. Mir wurde schon öfter gesagt, ich würde kompliziert denken, vielleicht hängt es damit zusammen...? :D Jona ist ja auch ziemlich speziell, aber so ein Wunderkind darf das sein ;)

      Liebe Grüße und danke, dir auch!
      Laura

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    2. Dann bin ich ja froh, dass du lachen musstest. Nachdem ich den Kommentar abgeschickt habe, dachte ich noch, dass man das geschriebene Wort ja auch immer gut falsch verstehen kann... Puh, Glück gehabt! Ich mein so was ja auch nicht böse.
      Wahrscheinlich ist das die Lösung - vielleicht hättest du mit der Spürnase zur Kripo gehen sollen. Wäre sicherlich interessant und du hättest die höchste Aufklärungsrate :)
      Klar darf er es sein. Ich find´s echt nur lustig, dass wirklich fast jeder auf seine spezielle Art eingeht und keiner von Anfang an sagt, dass er ihm sehr gut gefallen hat.

      LG:)

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    3. Das stimmt, in Text kann man oft viel hineininterpretieren, aber durch unsere gemeinsame Leserunde bei WasLiestDu wusste ich ja, dass du vermutlich auch darauf anspielst ;)
      Wobei ich wahrscheinlich gar nicht erst durch die Tests bei der Polizei gekommen wäre (zumindest nicht durch die Sporttests :D).
      Liebe Grüße

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  2. Hey liebste Laura, <3

    Jona klingt nach einem interessanten Charakter :-D
    Ich bin wirklich gespannt, ob ich erahne wo die Geschichte hingehen wird. Bei mir ist das nämlich immer unterschiedlich. Mal ahne ich sehr schnell wo es hingeht und wer die Verdächtigen sind und manchmal tappe ich bis zum Schluss im Dunkeln. Aber dank dir kann ich es ja nun bald lesen :-)

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. P.S.: Konntest du schon was wegen diesem Streifen in Erfahrung bringen?

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    2. Hey meine Liebe <3

      Das ist er allerdings! Sein Mundwerk gefiel mir ja am besten :D
      Bei mir ist das auch mal so, mal so. Manchmal erahne ich es, manchmal habe ich genau den richtigen Riecher und manchmal führen die Autoren mich an der Nase herum. Ich bin ja gespannt, wie es bei dir bei dieser Geschichte sein wird, denn Ally und Uwe haben ja nichts geahnt :)
      Weg ist er zumindest der Streifen...warum er da war...tja..das wird wohl ein Rätsel bleiben, das selbst meine Spürnase nicht herausfindet :D

      Drück dich
      Laura

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  3. Hi Lauralein <3,

    eine schöne Rezi und bis auf die Vermutungen, die ich nicht so auf dem Schirm hatte, sind wir uns einig :)

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Huhu Uwe! :)

      Stimmt, wobei ich wirklich gedacht hätte, dass du erfahrener Thriller-Leser hier schnell auf die richtigen Schlüsse gekommen wärst :) Das hat mich dann doch überrascht :)

      Liebe Grüße
      Laura

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  4. Hallo Laura Herzchen <3

    im Großen und Ganzen sind wir uns was "Elanus" betrifft auch sehr einig. Ich habe allerdings diese ganz spezielle Sache so nicht erwartet. Darüber bin ich aber sogar froh, da ich so wirklich bis zum Ende mit rätseln konnte.

    Wie immer eine tolle Rezi :-*

    Drück dich,
    Ally

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    1. Huhu Allylein!

      Ich fand es nicht ganz so schlimm, dass ich es schon vorher erahnt habe, denn der "Showdown" am Ende war ja trotzdem spannend :) Und es hat mich gefreut, dass ich recht behalten habe ;D

      Liebe Grüße <3
      Laura

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