24. Mai 2017

[Rezension] - Infernale 02 - Rhapsodie in schwarz (Sophie Jordan)






Verlag: Loewe Verlag
Übersetzt von: Ulrike Brauns
Reihe: Dilogie
Einband: gebunden
Seitenanzahl: 384
Altersempfehlung: ab 14
Preis: 18.95 € [D]
ISBN: 978-3-7855-8369-2
Bildquelle: © Loewe Verlag






Klappentext
"Seit Davy positiv auf das Mördergen (HTS) getestet wurde, hat sie alles verloren: ihre Familie, ihre Freunde, ihre Zukunft – und was am schlimmsten ist, sich selbst. Denn obwohl sie verzweifelt dagegen angekämpft hat, ist sie doch zu dem geworden, was sie nie sein wollte: eine Mörderin. Eine Widerstandsgruppe und ihr Anführer Caden geben ihr ein neues Ziel. Und Caden weckt Gefühle in ihr, zu denen sie glaubte, nie mehr fähig zu sein. Aber die Schuldgefühle lassen Davy einfach nicht los ...“ (Quelle: www.loewe-verlag.de)

Gestaltung
Auf dem Cover ist dasselbe Mädchen zu sehen, das bereits den Buchdeckel des ersten Bandes geziert hat. Ihre Frisur sieht meiner Meinung nach etwas seltsam aus, da man gar nicht richtig erkennen kann, ob es eine edle Hochsteckfrisur sein soll oder vielleicht eine Kurzhaarfrisur. Die Hintergrundfarben gefallen mir dieses Mal richtig gut, denn die warmen Töne mag ich sehr gerne und zudem sieht es so aus als wäre das Mädchen von einem geheimen Nebel umgeben.

Meine Meinung
Dramatisch und dystopisch – so ist mir der erste Band der „Infernale“-Dilogie von Autorin Sophie Jordan im Gedächtnis geblieben. Dementsprechend war meine Freude auf den zweiten Band riesig. Als dann die ersten eher durchwachsenen Stimmen eingingen, wurde meine Vorfreude ziemlich schnell gedämpft und als ich dann selber mit dem Lesen begonnen habe, konnte ich die Meinungen immer besser nachvollziehen. Ich muss sagen, dass mich der zweite Band von „Infernale“ schon etwas enttäuscht hat. Das mag einerseits daran gelegen haben, dass meine Freude und Erwartungen groß waren, andererseits hat es aber zu einem gewissen Teil auch an der Geschichte dieses Buches gelegen.

„Infernale – Rhapsodie in Schwarz“ setzt direkt bei den Geschehnissen des ersten Bandes an, sodass der Leser Davy und ihre Freunde bei ihrer Flucht begleitet. Hierbei erfolgt jedoch schnell eine Trennung der Figuren, da Davy von ihren Freunden getrennt wird und bei Rebellen landet. Gestört haben mich am Anfang direkt Davys Selbstzweifel. Es war zwar gut, dass sie darüber nachgedacht hat, dass sie einen Menschen getötet hat, aber dass sie dann in Folge dessen so sehr an sich zweifelt und dem Gen so viel Bedeutung zumisst, war mir zu viel des Guten. Sie hat mir zu viel gelitten und ist meiner Meinung nach auch zu lange darauf herumgeritten, sodass die Handlung sehr mühselig wurde.

Bei den eben erwähnten Rebellen gibt es zwar jemanden, der versucht, Davy andere Seiten aufzuzeigen, aber sie lässt dies kaum bis gar nicht zu. So kam ich nicht umhin mir immer mehr zu wünschen, dass sie sich endlich entwickeln würde und ihre Zweifel hinter sich lässt. Zudem hat Caden (so der Name des Rebellen, der Davy andere Denkweisen aufzeigt) mit seinen Rebellen so ein großes Potenzial, das einfach nicht ausgenutzt wird, denn den Widerstand und die Veränderungen in den USA erleben wir nur aus dem Hintergrund. Wo sind die spannenden Kämpfe an erster Front? Die Dramatik? Die Action? Das hat mir gefehlt. Die Idee, bestimmte Geschehnisse des Widerstandes und der Veränderung in den USA durch Zeitungsartikel einzustreuen, fand ich dafür aber sehr gelungen, denn es hat eine interessante Mischung aus erzählenden Elementen und Artikeln in den Kapiteln erzeugt.

Auch fand ich es ziemlich schade, dass die Liebesbeziehung zwischen Davy und Sean in diesem Band stark ins Gegenteil gekehrt wurde. Wo die beiden im ersten Band noch intensive Gefühle füreinander hatten, werden hier Unsicherheiten und Zweifel gesät. Teilweise hatte ich den Eindruck, als würde die Autorin die Beziehung der beiden nun so darstellen, als wäre sie zuvor nie real gewesen und ein Produkt der Gegebenheiten. Und das nur, um dann am Ende dieses Bandes ein eher erzwungen wirkendes Happy End zu generieren, damit wir Leser zufrieden sind, weil die Geschichte ein gutes Ende genommen hat. Hier fehlte mir die Authentizität der Gefühle.

Fazit
Nachdem der erste Band der „Infernale“-Dilogie dramatisch und toll war, hatte ich große Hoffnungen für diesen zweiten Band. Allerdings muss ich sagen, dass ich eher enttäuscht worden bin, denn mir fehlte die Action, die erhoffte Rebellion blieb mir zu hintergründig und das Ende wirkte etwas erzwungen. Auch hat Davy eine Entwicklung vollzogen, die für mich nicht positiv war, denn sie hatte zu viele Selbstzweifel, die sie nicht ablegen konnte. Alles in allem war die Handlung zwar nicht schlecht, aber gleichzeitig auch etwas mühsam.
Knappe 3 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
01. Infernale
02. Infernale – Rhapsodie in Schwarz

Kommentare:

  1. Hallo Laura,

    hm, das klingt auch nicht so ganz begeistert von dem Buch. Schade, denn ich fand Teil 1 so richtig gut. Aber ich habe jetzt schon von so einigen gelesen, dass das Buch wohl nicht an den Vorgänger anknüpfen kann. Na ja, lesen werde ich aber bestimmt noch. ;)

    Liebe Grüße
    Silke

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    1. Hi Silke!

      So hab ich auch vorm Lesen dieses Bandes gedacht, denn ich wollte das Dilogie-Finale auch gern noch selbst lesen, obwohl ich einige kritischere Meinungen gelesen hatte. Und ich hab auch einige sehr positive Stimmen gesehen, also vielleicht gefällt es dir ja auch? ;)

      Liebe Grüße
      Laura

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  2. Hey Laura-Schatz, <3

    tja irgendwie hatte ich es schon befürchtet, dass du das Buch auch nicht so gut finden würdest. Ich kann dir in allen Punkten zustimmen. Ich fand es nicht wirklich gut rübergebracht wie die Beziehung zwischen Sean und Davy auseinander gegangen ist. Auch das Ende war mir zu happy-happy-happy End mäßig. Ganz zu schweigen davon, dass die eigentliche Rebellion in diesem Buch total in den Hintergrund rückt.
    Echt schade. :-(

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Hey Sandralein! <3

      Es wurde auf einmal so dargestellt, als sei die Beziehung zwischen den beiden gar nicht so tief und ernst gewesen. Und das mit der Rebellion fand ich wirklich richtig schade, denn auf die hatte ich mich am meisten gefreut und dann...war sie nur so am Rande.

      Liebste Grüße
      Laura

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  3. Hi Laura,

    über das Buch haben wir uns ja bereits unterhalten und ich finde die von dir und auch Sandra und Ally angesprochenen Kritikpunkte sehr schade. Lesen möchte ich es aber doch irgendwann noch.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Hey Uwe!

      Ja, so ging es mir ja auch, dass ich das Buch trotz der Kritik der anderen gerne noch selber lesen wollte, um mir ein eigenes Bild zu machen :) Und wer weiß, vielleicht gefällt es dir ja doch viel besser als uns? ;)

      Liebe Grüße
      Laura

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  4. Huhu Lauralein,

    ich wusste natürlich auch, dass es dir beim Lesen sicher ähnlich ergehend wird wie mir. Das Sean und Davy auseinander gegangen sind bzw. die Liebe nachgelassen hat, fand ich (nach den ersten kleinen Zweifeln) aber gut, denn so ist nun mal das Leben. In fast allen Büchern bleiben die Paare zusammen und überwinden immer ALLES! Und genau das, ist eben nicht immer der Fall. Davys ewige Selbstzweifel und dass sie dem Gen so viel Bedeutung beimisst, als könnte sie überhaupt keine eigenen Entscheidungen mehr treffen und ihr ewiges Leiden fand ich auch total überzogen. Ebenso hat es mich wie dich gestört, dass der Rebellion und dem Wandel so wenig Raum gegeben wurde bzw. die Geschichte sich einfach zu wenig darum gedreht hat.

    Caden mochte ich total gerne und auch das letztendliche Ende, auch wenn dass schon ein extremes Happy, happy end war/ist ^^

    Liebe Grüße,
    Ally

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    1. Hi Ally!

      Naja aber dafür, dass es zuvor als DIE große Liebe schlechthin dargestellt wurde, war es hier dann ja doch auf einmal recht schnell vorbei.

      Liebe Grüße,
      Laura

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