3. Dezember 2018

[Hörbuch-Rezension] - Thalamus (Ursula Poznanski)




Verlag: der Hörverlag Verlag
Gesprochen von: Jens Wawrczeck
Reihe: Einzelband
Einband: Hörbuch
Laufzeit: 12h 8 min
Altersempfehlung: ab 12
Preis: 17.00 € [D]
ISBN: 978-3-8445-3029-2
Bildquelle: © der Hörverlag Verlag




Klappentext
"Nach einem Motorradunfall soll sich der 17-jährige Timo im Rehabilitationszentrum Markwaldhof von seinem schweren Schädel-Hirn-Trauma erholen. Schnell stellt er fest, dass sich merkwürdige Dinge im Haus abspielen: Der Wachkomapatient, mit dem er sich das Zimmer teilt, läuft nachts herum, spricht – und droht damit, Timo zu töten, falls er anderen davon erzählt. Und allmählich entdeckt Timo an sich selbst Fähigkeiten, die neu sind: Er kann Dinge, die er nicht können dürfte. Weiß von Sachen, die er nicht wissen sollte …“ (Quelle: https://www.randomhouse.de)

Gestaltung
Das Cover gefällt mir sehr, da die Blautöne gut zueinander passen und das Motiv den Buchinhalt in gewisser Weise wiederspiegelt. Das Motiv erinnert von der Form her an eine Glühbirne, gleichzeitig denkt man aber auch sofort an ein Gehirn. Aus diesem fließen zum unteren Bildrand hinweg mehrere Linien, die mit helleren Leuchtpunkten versehen sind und z.B. neuronale Verknüpfungen darstellen könnten. Coole Idee!

Meine Meinung
Für mich war von Anfang an klar, dass ich „Thalamus“ unbedingt lesen muss, da ich Ursula Poznanskis Bücher immer gerne mag. Als ich dann das Hörbuch zu „Thalamus“ entdeckte, habe ich mich dazu entschieden, das Buch zu hören. In dem Buch geht es um Timo, welcher nach einem Motorradunfall wieder sprechen und laufen lernen muss. Dazu kommt er an den Markwaldhof, einem Rehabilitationszentrum, an dem eigenartige Dinge geschehen…von Komapatienten, die nachts kerngesund durch die Gegend laufen und Timo bedrohen bis hin zu flüsternden Stimmen, die ihn in seinem Kopf vor Unheil warnen, ist hier einiges nicht so, wie es sein sollte…

Mir hat der Aufbau der Handlung sehr gut gefallen, denn alles beginnt mit Timos Motorradunfall, den wir hautnah miterleben. Da er der Erzähler der Geschichte ist, bekommen wir gute Einblicke in seine Gedanken, was besonders wichtig ist, da er durch den Unfall nicht mehr sprechen kann. So spürte man beim Hören geradezu, wie frustriert er über den Verlust seines Sprachvermögens und seiner Bewegungsfreiheit ist. Nach dieser Einführung geht es auf dem Markwaldhof dann höchst seltsam zu: Timos Zimmergenosse – ein Komapatient – wandert nachts quietschfidel durch das Rehabilitationszentrum und bedroht Timo. Körperteile von ihm und anderen Patienten bewegen sich ohne deren Kontrolle. Zu guter letzt ist da noch die Stimme, die Timo in seinem Kopf hört, die nicht die seine ist und die ihn vor Gefahren warnt.

Durch all diese mysteriösen Geschehnisse war ich sehr schnell an die Handlung gefesselt, da ich unbedingt wissen wollte, was hinter allem steckt. Ich habe gemeinsam mit Timo nach Antworten gesucht und Vermutungen aufgestellt, was hinter allem stecken könnte. Bis es hier aber die ersten richtigen Andeutungen oder Erkenntnisse gab, die genügend Stoff für Vermutungen lieferten, dauerte es doch ein wenig. Nachdem ich die anderen Patienten auf dem Markwaldhof kennen gelernt habe, zog sich für meinen Geschmack das nächtliche Hinausgeschleiche ein wenig in die Länge. Als Timo dann interessante Entdeckungen machte, fühlte sich die Handlung wieder spannender an.

Ich muss aber auch sagen, dass ich schon sehr schnell und ohne Timos neue Entdeckungen geahnt habe, in welche Richtung sich die Geschichte bewegt. Das Ende hat mir dennoch gefallen und mich gut unterhalten. Durch die Erzählweise wurde mir nie langweilig, da ich stets auf die Auflösung gewartet habe und wissen wollte, ob ich mit meinen Vermutungen richtig gelegen habe. Ich habe Timos Geschichte gespannt bis zum Ende verfolgt und fand es richtig klasse, wie der Abschluss einen Rahmen um die Geschichte gebildet hat.

Jens Wawrczeck, der das Hörbuch spricht, hat seinen Job meiner Meinung nach richtig gut gemacht. Er hat Timos Sprechversuche super rübergebracht und wenn Timo über bestimmte Erkenntnisse gerätselt hat, habe ich in seiner Stimme die Nachdenklichkeit gehört. An Stellen, bei denen Timo in Panik war, hat der Sprecher diese durch seine Stimme auch super rübergebracht, sodass ich gebannt zugehört habe und Timos Gefühle geradezu selber gespürt habe. Richtig toll!

Fazit
Das Hörbuch zu „Thalamus“ hat mir sehr gut gefallen, da der Sprecher einen grandiosen Job macht und die Gefühle des Protagonisten stimmlich transportiert. Die Handlung empfand ich als sehr spannend, da einige rätselhafte Dinge im Rehabilitationszentrum geschehen, die mich zum Rätseln gebracht haben. Dabei ahnte ich aber recht schnell, in welche Richtung alles laufen würde und empfand den Beginn am Markwaldhof mit einigen nächtlichen Wanderungen als etwas trocken, weil mir hier etwas die neuen Erkenntnisse fehlten. Sobald diese aber wieder ins Spiel kamen, konnte ich mich kaum vom Hörbuch trennen.
4 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
Einzelband

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