20. Februar 2018

[Rezension] - 17 Erkenntnisse über Leander Blum (Irmgard Kramer)






Verlag: Loewe Verlag
Übersetzt von: -
Reihe: Einzelband
Einband: gebunden
Seitenanzahl: 352
Altersempfehlung: ab 14
Preis: 17.95 € [D]
ISBN: 978-3-7855-8911-3
Bildquelle: © Loewe Verlag






Klappentext
"Sie sind talentierte Streetartkünstler und beste Freunde seit frühester Kindheit. Ihre Pieces findet man überall in der Stadt an Mauern, U-Bahn-Waggons und verlassenen Fabrikgebäuden, aber niemand weiß, wer sich hinter dem geheimnisvollen Tag BLUX verbirgt. Jonas und Leander. Leander und Jonas. Nichts kann sie trennen. Bis sich Leander in Rapunzel verliebt, das süße Mädchen mit den goldenen Haaren, die bis zum Po reichen. Und Jonas über das Märchen vom chinesischen Pinsel stolpert und sich in eine Katastrophe malt.“ (Quelle: www.loewe-verlag.de)

Gestaltung
Da es in dem Buch um Graffiti-Künstler geht, passt das Cover mit dem im Hintergrund skizzierten Graffiti natürlich wie die Faust aufs Auge. Mir gefällt dabei besonders die Farbgebung des Covers, da die warmen Farben ein wohliges Gefühl auslösen und vor allem der Titel mit der dunkleren Schrift sehr schön hervorsticht und sich gut mit der Umrahmung des Covers ergänzt.

Meine Meinung
Der Klappentext von Irmgard Kramers neuem Buch klang sehr geheimnisvoll, weswegen ich ihr neustes Buch unbedingt lesen wollte. Zudem kannte ich bereits „Am Ende der Welt traf ich Noah“ von der Autorin, welches mir gut gefallen hatte und weswegen ich schauen wollte, was mich in ihrem neusten Jugendbuch erwarten würde. In „17 Erkenntnisse über Leander Blum“ geht es um Graffiti-Kunst, Leidenschaft, Freundschaft und erste Liebe. Hinter dem Tag BLUX, welcher aufsehenerregende Streetart-Pieces unterzeichnet, verbergen sich die beiden besten Freunde Leander und Jonas. Sie sind talentiert und stehen leidenschaftlich hinter ihrer Kunst…bis Leander sich verliebt und so das Masterpiece von BLUX immer mehr aus den Augen verliert. Das ist allerdings längst noch nicht alles, denn es folgt eine Katastrophe…

Die Geschichte beginnt mitten im Geschehen, wodurch ich anfangs etwas verwirrt war und einige Zeit benötigte, um mich zu orientieren. Einerseits mochte ich die Handlung gerne, weil es immer wieder Szenen gibt, die mich sehr neugierig gemacht haben und die meinen Spürnaseninstinkt geweckt haben. Andererseits hatte ich gerade zu Beginn viele Fragezeichen über dem Kopf und fühlte mich sehr verwirrt, was vor allem an dem recht komplexen Erzählstil des Buches lag. Die Handlung vermag es aber zu überraschen und zu fesseln, denn ich konnte nicht ansatzweise erahnen, worauf die Geschichte hinauslaufen würde, was ich sehr erfrischend fand. So bin ich lange Zeit ziemlich ahnungslos gewesen, was mich gespannt hat weiterlesen lassen, denn ich wollte herausfinden, was hinter allem steckt. Gleichzeitig habe ich aber auch ein wenig verzweifelt um Orientierung gerungen.

Dieses Suchen nach Orientierung ergab sich meiner Meinung nach aus der Komplexität des erzählerischen Aufbaus, denn immer wieder wechseln die Perspektiven und die Zeitebenen. Hier benötigte ich meine Zeit, bis ich erkannt habe, wer sich hinter welchem Ich-Erzähler und welcher Zeitschiene verbirgt. Als beeindruckend empfand ich es dann aber, wie Autorin Irmgard Kramer es geschafft hat, diese beiden Perspektiven miteinander zu verknüpfen und mit Fortschreiten der Handlung immer mehr ineinander fließen zu lassen. So kam es dann, dass mein Durchhalten damit belohnt wurde, dass sich das Puzzle dieser Geschichte Stück für Stück vor meinen Augen zusammengesetzt und mir ein packendes Finale beschert hat.

Die Figuren hätten für meinen Geschmack ruhig noch etwas mehr Tiefe erhalten können. Zwar konnte ich von Jonas, Leander und „Rapunzel“ ein inneres Bild aufbauen, aber ich hatte das Gefühl, keine intensive Bindung zu ihnen aufzubauen, was ich mir jedoch gewünscht hätte, denn gerade die beiden Streetartkünstler sind so hingebungsvoll bei ihrer Sache, dass ich gerne einen Draht zu ihnen gehabt hätte. Dies hat sich bei mir jedoch nicht so ganz gebildet, denn ich hatte erst ganz am Ende des Buches ein umfassenderes Bild von den Charakteren, wobei ich mir dies schon vorher gewünscht hätte.

Der Schreibstil der Autorin war dabei wieder sehr angenehm und so wie ich es schon aus „Am Ende der Welt traf ich Noah“ kannte: flüssig, locker zu lesen und intensiv. Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass ich beim Lesen die Hingabe der Autorin für ihre Geschichte spüren konnte, denn gerade durch den komplexen Aufbau und die Erzählweise wurde für mich spürbar, wie viel Liebe und Gedanken sie ihn ihre Erzählung gesteckt hat. Insgesamt fand ich die Geschichte wirklich gut durchdacht, denn der rote Faden war erkennbar und hat sich gerade zum Schluss zu einem schönen Ganzen zusammengeknotet. Dabei wurden auch alle Fragen geklärt und ich wurde zufrieden zurückgelassen, da all meine Fragen, meine Neugier und meine anfängliche Orientierungslosigkeit aufgeklärt wurden.

Fazit
Beim neuen Jugendbuch von Irmgard Kramer spürte ich, wie hingebungsvoll sie ihre Geschichte gestaltet hat, denn gerade die komplexe Erzählweise zeigt, wie gut durchdacht alles ist. Zwar sorgt diese Komplexität gerade zu Beginn auch etwas für Orientierungsmühen, aber Durchhalten wird hier mit einer schönen, spannenden Geschichte belohnt! Die Handlung vermag es auf beeindruckende Weise sich immer mehr zu einem stimmigen Ganzen zusammenzuziehen! Besonders gefiel mir dabei, dass ich bis zum Schluss nicht ahnen konnte, worauf die Geschichte hinauslaufen würde und dass es immer wieder Szenen gab, die meine Neugier geweckt haben und mich dazu angeregt haben, weiter zu lesen, um zu erfahren, was hinter allem steckt! So weckt „17 Erkenntnisse über Leander Blum“ eindeutig den Spürsinn im Leser, weil die Handlung die Neugier weckt!
Knappe 4 von 5 Sternen!

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Einzelband

Kommentare:

  1. Hallo Laura,

    ich bin ja absolut und komplett begeistert von diesem Buch. Ich habe es gerade geliebt diese beiden unterschiedlichen Erzählstränge zu haben, da diese so viel Spannung in die Geschichte bringen und ich immer wissen musste, wie es weiter geht. Ich fand auch die Charaktere sehr tiefgreifend und intensiv, sodass ich zum Glück zu allen drei Hauptpersonen eine starke Bindung verspürt habe. Außerdem liebe ich es sehr, dass man bei Irmgard Kramer nie so genau weiß, was als nächstes kommt, bis man die Puzzleteile zusammen setzten kann. Das Ende fand ich auch absolut berührend.

    Liebe Grüße,
    Ally

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    1. Huhu Ally!

      Dass Frau Kramer die Fäden immer enger zusammen zieht und auch die Erzählperspektiven immer mehr miteinander verbunden hat und ineinander hat laufen lassen, gefiel mir auch sehr. Das zeugt für ein gutes Erzähltalent und -gefühl, finde ich :) Ich freu mich, dass dir das Buch noch besser gefallen hat als mir ;)

      Liebe Grüße
      Laura

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  2. Hi liebe Laura,

    ich finde Irmgard Kramer hat einen sehr interessanten Schreibstil und ich will das Buch ganz bald lesen! Gut zu wissen, dass man anfangs etwas durchhalten und sich orientieren muss, dann kann ich mich darauf schon mal einstellen.

    Liebe Grüße
    Desiree

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    1. Hey liebe Desiree!

      Ui, da bin ich auf deine Meinung gespannt, wenn du das Buch bald lesen möchtest :) Mich interessiert brennend, ob es dir auch so gehen wird, dass du erst etwas Zeit für die Orientierung brauchst oder ob es dir ganz anderes ergehen wird :)

      Liebe Grüße
      Laura

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  3. Liebe Laura,

    also ich muss ja sagen, dass mich Allys Rezi ziemlich zu diesem Buch angefixt hat. Trotzdem wollte ich noch etwas warten. Und trotz deiner Kritik bin ich mir fast sicher, dass dies ein Buch für mich sein könnte. Gerade den Aspekt mit Streetart finde ich mal total genial. Auch was die verschiedenen Handlungsstränge betrifft, bin ich sehr neugierig. Danke für deine schöne Rezi, ich werde das Buch mal im Hinterköpfchen behalten :)

    Liebe Grüße,
    Cata

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    1. Huhu Cata!

      Schön, dass du das Buch im Gedächtnis behalten magst ;) Ich mag den Schreibstil der Autorin sehr gerne und hier hat sie wieder einmal gezeigt, dass sie es vermag, komplex zu erzählen :)
      Mich würde ja interessieren, was du zum Buch sagst...also: lies es ;)

      Liebe Grüße
      Laura

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  4. Hallo Laura <3,

    eigentlich dachte ich, dass ich deine Rezi zu diesem Buch bereits kommentiert hätte, aber irgendwie scheinbar nicht. Asche über mein Haupt, aber im Moment komme ich einfach nicht so zum bloggen, wie ich es gerne würde.

    Ally war ja schon von dem Buch begeistert und auch deine Rezi macht mich noch ein bisschen neugieriger auf die Geschichte.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Hi Uwe!

      Wie schön, dass ich dich noch neugieriger machen konnte ;) Du weißt ja, ich bin ein recht kritischer und genauer Leser, der sich manchmal an Details aufhält.. ;) Was ich damit sagen will: überzeug dich unbedingt selbst vom Buch und sag mir, wie es dir gefallen hat :)

      Liebe Grüße
      Laura

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