16. Mai 2019

[Rezension-Laura] - Dieser wilde Ozean, den wir Leben nennen (Elisabeth Steinkellner)






Verlag: Beltz & Gelberg Verlag
Übersetzt von: Cordula Setsman
Reihe: Einzelband
Einband: gebunden
Seitenanzahl: 236
Altersempfehlung: ab 14
Preis: 13.95 € [D]
ISBN: 978-3-407-75436-3
Bildquelle: © Beltz & Gelberg Verlag







Klappentext
"Simon ist auf der Suche nach einer Farbexplosion im Alltagsgrau. Mit der Hoffnung, eine Zugbekanntschaft wiederzufinden, fährt er kurzerhand in eine fremde Stadt. Antonia hat das Suchen aufgegeben und treibt ziellos durch ihr Leben. Zufällig kommen sie an einer Parkbank miteinander ins Gespräch. Obwohl oder gerade weil sie sich nicht kennen, können sie über Dinge sprechen, die sie sonst für sich behalten. Können für ein paar Tage Erinnerungen und Tagträume miteinander teilen. Als ihre Wege sich wieder trennen, scheint alles möglich. Eine Momentaufnahme der Veränderung – leicht und berührend wie ein guter Song!“ (Quelle: https://www.beltz.de)

Gestaltung
Passend zum im Titel erwähnten Ozean ist das Covermotiv in verschiedenen Blautönen gehalten, die an das Meer erinnern. Durch dunkle und hellere Blautöne wirkt es so, als würde von oben die Sonne in den Ozean hinabscheinen und so Lichtreflexe erzeugen. Der hellblaue Titel tritt so sehr schön hervor, da er vor dem Dunkelblau nicht nur strahlt, sondern durch das Licht eingerahmt wird. Die Quallen sorgen für Farbakzente und sehen ein wenig schwerelos aus.

Meine Meinung
Da ich schon „Rabensommer“ von der Autorin Elisabeth Steinkellner sehr gerne gemocht habe, war ich gespannt auf ihr neustes Buch. Zudem fand ich die Thematik sehr ansprechend, denn in „Dieser wilde Ozean, den wir leben nennen“ treffen zwei Menschen aufeinander, die auf der Suche sind bzw. waren. Simon sucht noch nach einer Zugbekanntschaft, während Antonia die Suche nach ihrem Bruder längst aufgegeben hat. Als beide aufeinandertreffen, beginnen sie sich zu verändern und ihre jeweilige Suche wird in neue Bahnen gelenkt...

Durch „Rabensommer“ kannte ich den besonderen Schreibstil von Elisabeth Steinkellner schon und auch in „Dieser wilde Ozean, den wir leben nennen“ ist sie ihrem Stil treu geblieben. Ihr neustes Werk wird aus den Ich-Perspektiven von Simon und Antonia erzählt und es entfaltet dabei eine sprachliche Klarheit, die ihresgleichen sucht. Die Autorin erzeugt mit wenigen Worten eindeutige Bilder, die sich einbrennen und das Gefühl der Protagonisten auf eindringliche Weise verdeutlichen. Ihr Schreibstil ist auffällig, besonders und vielleicht nicht für jeden etwas, aber mir persönlich gefällt er sehr gut mit seiner Kombination aus Stilmitteln, langen und kurzen Sätzen sowie dem unverkennbar-wiedererkennbaren Stil der Autorin.

Besonders auffällig fand ich auch die Kapitelüberschriften, die aus besonderen Farben (wie z.B. bohnenbraun, nebelgrau) oder Adjektiven (wie z.B. wässrig) bestanden. Diese unterstützten den Effekt, ein besonderes literarisches Werk vor sich zu haben, das auch erwachsene Leser anspricht. Obwohl die Protagonisten Jugendliche sind, so befasst sich die Thematik des Buches aber mit durchaus sehr ernsten Aspekten wie Liebe, Einsamkeit oder Verlust, die durch die erwachsene Erzählweise auch ältere Leser gut unterhalten können.

Die Handlung ist gar nicht so leicht zu umschreiben, da sie so vieles in sich vereint. Zum einen ist da Simon, der sich in eine Zugbekanntschaft verliebt hat und diese nun sucht. Dabei hilft ihm Antonia, welche er auf einer Parkbank kennen gelernt hat. Sie war auf der Suche nach ihrem verschwundenen Bruder. Besonders die Frage, was mit ihrem Bruder passiert ist und ob Simon seine Zugbekanntschaft finden wird, haben bei mir die Neugierde geweckt und mich die Geschichte mit Spannung verfolgen lassen. Gleichzeitig muss ich aber auch sagen, dass es bei mir zwischendurch immer wieder kleinere Hänger gab, weil sich die Geschichte immer mal wieder etwas langgezogen anfühlte.

Gefallen hat mir, wie glaubwürdig und echt Simon und Antonia erschienen. Sie könnten tatsächlich in einem Park in meiner Nähe genau in diesem Moment auf einer Parkbank sitzen, sich kennen lernen und miteinander reden. Ich fand es gut, wie Frau Steinkellner den beiden Leben eingehaucht und sie dargestellt hat. Authentisch fand ich es dabei auch, dass sie nicht einfach nur unbeschwert sind, sondern auch (Alltags-)Probleme mit sich tragen.

Fazit
Auf besondere, nahezu lyrisch-literarische Weise erzählt Elisabeth Steinkellner in ihrem neuen Buch „Dieser wilde Ozean, den wir leben nennen“ die Geschichte zweier Fremder, die nach Antworten suchen. Tiefgründige Themen werden vermengt mit einem besonderen Schreibstil und glaubwürdigen Charakteren. Die Handlung hat mir trotz kleinerer langatmiger Stellen gut gefallen, da sie Fragen aufwirft, auf die ich als Leser auch unbedingt Antworten haben wollte.
4 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
Einzelband

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