26. April 2020

[Rezension-Laura] - Vor uns das Meer (Alan Gratz)






Verlag: Hanser Verlag
Übersetzt von: -
Reihe: Einzelband
Einband: gebunden
Seitenanzahl: 304
Altersempfehlung: ab 12
Preis: 17.00 € [D]
ISBN: 978-3-446-26613-1
Bildquelle: © Hanser Verlag







Klappentext
"Drei Jugendliche, drei Jahrzehnte, eine Hoffnung: ANKOMMEN. Drei packende und bewegende Fluchtgeschichten von 1939, 1994 und 2015

Wenn das eigene Zuhause zu einem Ort der Angst und der Unmenschlichkeit wird, ist es kein Zuhause mehr. Josef ist 11, als er 1939 mit seiner Familie aus Deutschland vor den Nazis fliehen muss. Isabel lebt im Jahr 1994 in Kuba und leidet Hunger – auch sie begibt sich auf eine gefährliche Reise in das verheißungsvolle Amerika. Und der 12-jährige Mahmoud verlässt im Jahr 2015 seine zerstörte Heimatstadt Aleppo, um in Deutschland neu anzufangen. Alan Gratz verwebt geschickt und ungemein spannend die Geschichten und Schicksale dreier Kinder aus unterschiedlichen Zeiten. Er erzählt unsentimental und gerade dadurch ergreifend. Ein zeitloses Buch über Vertreibung und Hoffnung, über die Sehnsucht nach Heimat und Ankommen.“ (Quelle: https://www.hanser-literaturverlage.de)

Gestaltung
Das Cover wirkt ziemlich bedrohlich wie ich finde. Dieser Effekt wird meiner Meinung nach vor allem durch die stürmische See, mit den hohen Wellen und den dunklen Wolken erzeugt. Kleine Lichteffekte betonen dabei geradezu die dunklen Wolken und das Wasser. Dabei blickt man auf einen in einem Boot sitzenden Jungen, von dem man das Gesicht nicht sehen kann. Diese Perspektive erzeugt das Gefühl, als würde man mit ihm in einem Boot sitzen…

Meine Meinung
Aktueller denn je ist „Vor uns das Meer“ mit der Flüchtlingsthematik, wobei das Besondere an dieser Geschichte definitiv die Verknüpfung verschiedener Zeitebenen ist. In dem Buch geht es um drei Jugendliche die in unterschiedlichen Jahrzehnten die Flucht aus ihrer Heimat antreten, um ein besseres Leben zu erlangen. Da ist Josef, der zu Beginn des zweiten Weltkrieges vor den Nazis flieht. Jahre später vertreibt der Hunger Isabel aus Kuba. Noch weiter in der Gegenwart, nämlich in 2015, flieht Mahmoud aus Aleppo…

Normalerweise lese ich kaum Geschichten über die Flucht aus einem Land. Aber „Vor uns das Meer“ hat mich durch die drei unterschiedlichen Jugendlichen, die in verschiedenen Jahrzehnten ähnliches durchmachen, total angesprochen. Diesbezüglich wird auch die Geschichte aus den drei Perspektiven von Josef, Isabel und Mahmoud erzählt, wobei dies vor allem durch den Namen des Erzählenden als Kapitelüberschrift deutlich gemacht wird.

Diese Lösung fand ich sehr passend für die Geschichte, da sich so Abwechslung und ein spannendes Konstrukt aus verschiedenen Zeiten ergeben hat. Mir persönlich waren die Erzählwechsel manchmal zwar etwas zu abrupt, denn wenn ich gerade in die Geschichte einer Figur eingetaucht bin, wechselte die Situation wieder, aber dennoch kann ich mir keinen anderen Erzählstil für diese Geschichte vorstellen.

Richtig cool fand ich auch einen Twist am Ende, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Ich möchte diesbezüglich gar nicht genaueres verraten, aber es hat mit den drei Jugendlichen zu tun und ich fand es echt überraschend, da ich mit einer solchen Verbindung nicht gerechnet hatte. Dies hat nochmal einen schönen Schwung in den Schluss gebracht und die Geschichte toll abgerundet.

Auch gefiel mir gut, wie der Autor die Fluchtgeschichten umgesetzt hat, da er die Hürden, Beschwerlichkeiten und Schwierigkeiten der Flucht beschreibt und greifbar macht. Ich hatte beim Lesen des Öfteren eine Gänsehaut, weil ich die Erlebnisse sehr ergreifend fand – gerade auch angesichts der aktuellen Situation und dem Gedanken, dass ich über Geschehnisse lese, die für andere Menschen momentan die Lebenswirklichkeit darstellen. Wirklich beeindruckend, wie dem Autor diese einnehmende Authentizität und Lebensnähe gelungen ist.

Fazit
„Vor uns das Meer“ erzählt die Geschichte dreier Jugendlicher zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Vergangenheit. Zwischen diesen Erzählperspektiven wurde gewechselt, wobei mir die Wechsel manchmal etwas zu abrupt waren, denn wenn ich gerade mitten in der Geschichte einer Figur steckte, musste ich mich wieder auf eine andere einstellen. Dennoch konnte mich das Buch überzeugen, weil die Erlebnisse so echt und nah beschrieben werden, dass sie unter die Haut gehen.
4 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
Einzelband

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